Heute ein unerwarteter Luxustag..

kirche

So einfach ploppte ein Luxustag in mein kleines Rentnerleben. Morgens fuhr ich nach Dahlem, ein edles Stück altes Westberlin. Edel, mit irren alten Villen, Freie Universität, Museen. Ich wollte mich dahinknien und etwas weinen, als ich durch eine kleine Parkanlage ging und kein Fitzelchen Müll sah! Aber sowas von kein Fitzelchen! (Ok – bin etwas müllfocussiert). Ruhig, grün, edel. In der Kirche hat Martina Gedeck aus dem Buch Ester aus der Bibel gelesen, dazu Bach am Orgel.  Die Kirche war bis zum letzten Platz mit wohlbestellten Gutbürgern gefüllt. Da fühlte sich mein Brunnenviertel doch sehr arm und assig an. Kann die Schere noch weiter aufgehen?

Aber keine Traurigkeit – wenn schon edel dann weiter edel. Am Gendarmenmarkt Einkehr in ein fisrestaurangneues Fischrestaurant. Ich, die mit tiefgefühlten Fischen meistens lebe (selber Schuld!), musste hier zum zweiten Mal doch etwas weinen. Sowas von Fisch, weiß, göttlich, fein und zart. Dazu ein kühler Weißburgunder. Gimme more!

Richtung Heimat noch die Multi-Media-Ausstellung von Hieronymus Bosch. Der Mann, der mich schon 1964, als ich Kunstgeschichte an-studierte mit seinen Infernobildern faszinierte. Multimedia heißt, warm, dunkel, Musik, Sitzsäcke auf dem Boden, so dass man fast liegen kann. Und was mache ich? Ich schlafe mitten im rotierenden Inferno ein.. Wie abgestumpft bin ich wohl? Shame on me!

boschUnd nun sitze ich hier in meinem Brunnenviertel und denke an Dahlem. Würde ich mich dort wohlfühlen oder würde ich das hier vermissen? Aber da brauche ich eigentlich auch nicht weiter zu denken – nicht meine Preislage.. und würde wahrscheinlich doch mein Brunnenviertel vermissen..

 

Bin in Frankreich gewesen och säger o la, la..

mariashusDachte immer, dass wir Schweden schon ziemlich höflich und nett sind, aber pah, kommt erstmals nach Frankreich. Okey, war nicht in Paris, dort mag es anders sein.

Ich pfeife jetzt auf die Gendergeschichte – ich genieße es, wenn ein Mann mir die Tür aufhält und anlächelt. Ich bin verunsichert, weil ältere Männer mich anschauen. Denke, oh, habe ich einen Pickel auf der Nase? Nein, sie schauen einfach und lächeln mich leicht frivol an. Herr ist das wieder sensationell – wie viele Jahre her ist es, dass ich das Gefühl hatte, dass man mich in Berlin sieht? Wech´ da Omma!

guldstolMann oder Frau, jung oder alt, ist freundlich und sogar die Augen lächeln auch mit. Bonjour Madame, Merci Madame, Pardon Madame, Ca va bien Madame?. Himmlische Töne. Ich nehme mir vor, diese Freundlichkeit in Berlin zu behalten. Schon im Bus 171 auf dem Heimweg  von Flughafen Schönefeld war nix mehr davon übrig. Saß genauso griesgrämig wie die anderen da..

Man ist als Autofahrer auch entspannt. Auto hält, der Nachbar tritt an das Auto und man plauscht durch die Scheibe etwas, dahinter bildet sich eine kleine Schlange. Hupen? Fehlanzeige – man wartet und dann fahren alle weiter. Hier in Berlin hupt man ja schon prophylaktisch – könnte ja an der Kreuzung etwas dauern, als voll auf die Tröte!

Und dann zuletzt muss ich an der deutschen Tugend Organisation etwas rütteln. Sorry! Wenn ich an den Abflugbereich vom Billigflieger easyjet in Lyon denke, dann muss ich still weinen – diese Organisation! Deutsche Tugend – kannst Dich niederlegen!

Ja, ja, mach doch ´rüber wenn´s Dir nicht gefällt.. Ich höre es schon..

luta

Ach zum Teufel…

mariashusWieso so unflätig „Ach zum Teufel“? Das war unser Mantra, wenn wir den anderen unsere Texte vorlesen sollten, wenn wir das Gefühl hatten, dass dieser meiner Text nicht grad für den Nobelpreis nominiert werden würde. Die Ansprüche an uns haben wir dann doch unten im Tal gelassen, als wir in das kleine und winzige verschlafene Bergdorf Arconsat (100 Einwohner, die uns mit einem freundlichen „Bonjour et bien venue Madame“ begrüßten) in der Auvergne in Frankreich hochfuhren. Eine Woche Schreibkurs mit meiner absoluten Lieblingsschriftstellerin! Ein Erlebnis fürs Leben – aus finanziellen Gründen wird er wohl auch leider der Einzige bleiben. Ob ich jetzt besser schreibe oder nicht – das mag dahingestellt sein – bin eher der Spontityp und halte mich weniger an Regeln als an Gefühlen, aber das Prinzip wie man es machen könnte, habe ich vielleicht verstanden.

Was mich auch fasziniert ist, wie eine Gruppe aus 9 völlig verschiedenen Frauen zu solch einer homogenen Gruppe mutieren kann. Wir waren von 24 bis 72 Jahren alt (warum muss ich immer die Älteste sein..), mit total unterschiedlichen Lebensläufen und Erfahrungen. Naja, internistisch gesehen waren wir vielleicht nicht so richtig homogen, einige haben so überirdisch gut geschrieben, dass wir atemlos waren. Aber die Liebe und die Freude zum Schreiben, die hatten wir alle.

Und dazu unsere „Frau Lehrerin“, Karin, die uns mit fester, liebevoller Hand durch die Klippen des Schreibens lotste, immer aufmunternd, voller Ideen und anderer Blickwinkel. Ihr Humor, Können und ihre Schlagfertigkeit und Freude und ihre wunderbare Sprache  waren für uns das Lebenselixier, wenn wir irgendwo und irgendwie gestrandet waren. Dann half auch mal ein „Ach zum Teufel“.  Dazu Marias wunderbares Essen, die Aperitifs auf der warmen Kirchtreppe in der Abendsonne auf dem winzigen Marktplatz, der kleine Brunnen mit dem kühlen Quellwasser. Das Plätschern hat uns abends, satt und rotweingefüllt, sanft in den Schlaf gewiegt und morgens ganz leise geweckt. Dazu das vorsichtige, sanfte Bimmeln der Kirchglocken.. Und Dankbarkeit darüber, dass andere Frauen mich haben in ihre Seelen blicken lassen – denn das ist was man doch tut, wenn man schreibt.

dörrklänningInfos zu dem Bild: Marias Haus war mal eine Pension und ein Café:  Café du Commerce C. Bonjean.

Happy End im Müllkrieg am Vinetaplatz!

sopor

Proudly presenting – wir haben die Lösung im Müllkrieg gefunden. Mein unsäglicher Nachbar, der mich bei der Wohnungsbaugesellschaft anzeigte, weil ich den aufgesammelten Müll in die Hausmülltonne warf (und noch eine Anzeige nachschob, weil ich ihm den Stinkefinger gezeigt hatte, (pfui.. weiss, kostet 2 AveMaria..), wird sich nun etwas Neues suchen worüber er sich wieder mal so richtig schön aufregen kann. Ach, mache mir keine Sorgen, dass er nichts findet – meine Person ist für ihn das größte Ärgernis überhaupt.

Heute war ein netter Herr von der BSR hier und wir haben die Lösung insoweit  gefunden, dass man mich mit BSR-Müllsäcken versieht, die ich dann an einem bestimmten Platz abstelle und dort werden sie morgens von den flotten orangen Jungs und Mädels abgeholt. So einfach war das!!  Ach lieber Nachbar – worüber können Sie sich jetzt wohl aufregen? Ende Gut – Alles Gut! Und ein großes Danke-Schön an alle, die mir bestätigt haben, dass nicht ich, sondern der unsägliche Nachbar einen Hau hat und mir viel Mut gemacht haben! Ich weiß, Müll sammeln ist eh grenzwertig, aber der unsägliche Nachbar ist doch grenzwertiger, oder?

matthiasenerBild: fotolia/matthiasener

Oh Gott, oh Gott..

fönsterwerenzhainJetzt rückt es näher – Hilfe! Habe mich ja voller Euphorie zu einem (schwedischen) Schreibkurs in Frankreich angemeldet. Habe den Sparstrumpf geplündert – was ist wenn ich akut, weiß ich was, neue Zähne oder andere Ersatzteile brauche.. oh, dann kriege ich meine Strafe für diese meine Verschwendung.. Als ich mich anmeldete, schwebte ich auf rosa Wolken, denn der Kurs wird von meiner schwedischen absoluten Lieblingsschriftstellerin geleitet und wer darf eine Woche in einem alten französischen Haus mit ihrer Lieblingsschriftstellerin verbringen?  Na?  Icke!

Jetzt rückt es näher und ich kriege einfach Bammel – was ist wenn die anderen 9 Frauen (Schreiben scheint ein Frauending zu sein..) super schlau sind und alles so gut können und wissen? Und icke sitze da und schaue mit großen Augen zu und kann mich nicht verkrümeln? Vielleicht sagt SIE mir, ich solle doch zukünftig lieber Topflappen häkeln oder Makramee machen? Und außerdem bin ich es nicht gewohnt in der Weltgeschichte alleine herumzureisen. War ja den größten Teil meines Erwachsenenlebens verheiratet und zwar mit äußerst handlungskräftigen Männern, die alles regelten und die kleine (naja, klein ist nicht immer ein cm-Ding..) Ehefrau folgte einfach brav. Und nun bin icke dran? Pah – eigentlich macht das auch Spaß und ein bisschen Abenteuer kann  nie schaden.

Also Cecilia,  auf auf, nicht kneifen. Auf Schwedisch sagen wir „frisch gewagt, die Hälfte gewonnen“… rödväggwerenzhain

Unruhe..

skylt politicansSpüre Kälte und Unruhe wenn ich die Nachrichten aus der Türkei höre. Und jetzt, wo einige türkischstämmigen Nachbarn den Konflikt hierhertragen, Fensterscheiben bei den Gegnern einwerfen, die Gegner brutal verprügeln, da erkenne ich doch ein gewisses Muster. Stehe ich jetzt auf und sage NEIN? Das haben wir alle von unseren Eltern verlangt, „warum hast Du damals nicht Widerstand geleistet“? Ich sollte nicht mehr so moralisch und großmäulig sein..

Kleiner Up-date meines Müllkampes

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Um ehrlich zu sein, es hat sich noch nicht viel getan. Schaue jeden Tag, ob die Wohnungsbaugesellschaft um die Ecke gekrochen kommt, um mich anzuflehen: „Bitte, bitte..“. Nee, kommt keiner – still ruht immer noch der See.

Um meine Frust etwas abzubauen habe ich angefangen, beim Treppenruntergehen vor einer gewissen Tür eine kleine Fingergymnastik kurz zu machen. Vor einigen Tagen wird die Tür aufgerissen (muss wohl einen Dauerplatz vor seinem Guckloch haben..) und mein Nachbarn zeigt mir seinen schönen Mittelfinger und brüllt mich an, dass er mich SOFORT bei der Wohnungsbaugesellschaft anzeigen werden weil ich ihm einen Stinkefinger gezeigt hätte (dabei fuchtelt er mit seinem Stinkefinger heftigst herum). Ho-Ho, da bekomme ich aber Angst!

Ansonsten habe ich mich bei Weddingweiser (https://weddingweiser.wordpress.com/2016/07/16/cecilia-ist-sauer/#more-21007) etwas ausgeheult und nun? Nun harren wir der Dinger..(was nicht so ganz mein Naturell ist, aber man kann ja auch mit 72 Jahren dazulernen..)

Makrelenfilets in der Dose gegen 80 Tote?

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Ziemlich absurd, oder? Ich sitze und zappe im Facebook herum und sehe einen Bericht aus Nizza über das grauenvolle Attentat gestern. Aber bevor der Einschlag beginnt, muss ich eine superfröhliche Hausfrau (ist diese Spezies noch nicht ausgestorben?), die die leckeren gegrillten Fischfilets in der Dose lobt. Dann wird sang- und klanglos zu dem Bericht übergegangen. Zack – Makrelenfilets gegen 80 Tote! Liebe Facebook-Macher – ich weiß, alles in der Cyberwelt wird sicherlich maschinell gemacht, aber gibt es bei Euch keine Menschen, die solche Sachen mal kontrollieren? Ich glaube, man nennt es Ethik, oder? Aber was soll´s – sowas hat im Facebook nichts zu suchen.. Mein Blumen/Trauerbild für die Opfer.

Ein Abendgedanke in Berlin

tomas_utsi-midnight_sun_-4102Es ist ja nicht so, dass ich Trauerkloß sein möchte, aber jetzt muss ich hier so gegen 22 Uhr eine Lampe anmachen. Sie waren lange stillgelegt und heute merkte ich es, nee, muss etwas Licht her. Nein, ich will nicht immer klagen, jammern und meckern – aber hallo, wo seid ihr, die verzauberten, hellen Nächte geblieben? Okay, das hier ist Berlin und nicht Schweden und die magischen, hellen Sommernächte in Schweden – ja von denen können wir hier nur träumen, aber so ein bisschen hell  und sommerlich waren die Nächte auch hier in der Diaspora. Und nun? Schon vorbei? So haben wir nicht gewettet!!

Bild ImageBank Sweden Tomas Utsi

Teil 3 „Du glaubst es nicht..“

HA! Für Euch, die nicht im Facebook dabei seid, möchte ich hiermit stolz verkünden, dass meine Initiative, in der auch einige Nachbarn, die sich liebevollst um Blümchen und sowas kümmern dabei sind, den Ersten Preis in der Kategorie Initativen des Umweltpreises Berlin Mitte 2016 bekommen hat! Das tut einer geschundenen Seele gut und jedesmal wenn ich an der Tür des Blockwartes vorbeikomme, zeige ich Stinkefinger. Ich weiss, sieht er nicht, gehört sich nicht, aber vielleicht dringen die Vibrations durch die Tür? Bei der Presentation habe ich mit wichtigen Politikern gesprochen und mein Leid geklagt und hoffe auf das Wunder, dass sie bei degewo einlenken und erwarte das degewo jetzt auf den Knien gerutscht kommt und sagt „Bitte, bitte, kümmeren Sie sich doch wieder um den Müll..“ Träumerin??skyldocka2

Fortsetzung „Du glaubst es nicht..“

Darf ich hiermit mitteilen, dass ich von meiner Wohnungsbaugesellschaft degewo eine schriftliche und höchst offizielle Untersagung bekommen habe, den von mir auf dem Platz und den Spielplätzen eingesammelten Müll in der Mülltonne zu entsorgen? Nein, es ist kein April-Scherz.. That´s life.. Ach, sollen sie doch alle in den Müll ersticken.. Ach wird die Umgebung bald ganz wunderbar müllig sein.. Ich lasse jetzt alles liegen und stehen – basta! Und danke Herr Blockwart – mein unsäglicher Nachbar!augen5

Du glaubst es nicht..

Fotolia_113592129_S dimitir willmenBild Dimitri Villmen/fotolia

Mein unsäglicher Nachbar, der selbsternannte Hauswart, unser Blockwart, hat mich bei der Wohnungsbaugesellschaft (wieder mal) angezeigt, diesmal weil ich den Müll, den ich vor dem  Haus und um das Haus herum und auf dem Spielplatz morgens immer aufsammele, in unseren Müllcontainer entsorge. Man stelle sich vor!! Sowas von unerhört!! Die Wohnungsbaugesellschaft degewo windet sich noch bis Montag mit der Entscheidung, ob oder ob nicht.. Und falls ob nicht – dann ich ziehe ich unter lautem Protest meine Teilnahme an dem Umweltpreis Berlin-Mitte zurück. Ist die Welt noch zu retten?? Am liebsten möchte ich meinen Mülleimer vor dem Haus auskippen – soll der Idiot doch in dem Müll ersticken!

Sommerphobie?

baaten ny

Eigentlich sollte ich genießen und mich gleichzeitig schämen. Bitte zutreffendes ankreuzen.. Habe mich so sehr nach dem Sommer gesehnt.  Nie schien mir der Winter so elend lang, grau und triste wie in diesem Jahr. Aber vielleicht iss´es so wenn man älter wird. Jetzt ist der Sommer da, die Linden berauschen mich mit ihrem Duft und dennoch spüre ich sowas wie Wehmut. Nächstes Wochenende ist Mittsommer (bei uns Schweden DAS EREIGNIS (nach Weihnachten) des Jahres) und die Tage werden danach kürzer! STOP!! Halt an, will nicht, darf nicht sein. Ich habe das Gefühl, ich kann den Sommer nicht greifen, er verläuft zwischen meinen Fingern. Viel zu schnell.. Habe kein sonnengewärmtes Vortreppchen auf dem ich morgens in der Sonne sitzen kann um meinen Kaffee zu genießen. Sommer ist für mich nicht, mich in einem Freibad mit tausenden von Berlinern zu drängeln, auf Asphalt zu laufen – egal wie hip der Asphalt sein mag. Möchte morgens mein Sonnenvortreppchen mit der Tasse Kaffee haben, hören wie die Wellen gegen die Klippen gluckern, den Duft von Pferd und Kuh einatmen, sehen wie die Schwalben fliegen. Nee, nu ises jut gute Frau, reißen Sie sich zusammen… Ich glaube, man nennt das Jammern auf hohen Niveau? Oder einfach Heimweh?

Nee wa?

lind

Ist das möglich, dass schon wieder ein Jahr vergangen ist, seitdem ich im Linden-Duft-Rausch war? STOP, halt die Zeit an– sie vergeht viel zu schnell! Und dennoch – der Duft der Linden ist genauso lyrisch wie im letzten Jahr..

Eine Schwester, meine Schwester

img001Meine Schwester ist die Person, die mich hier im Leben am aller längsten gekannt hat. Sie hat mich 72 Jahre lang an der Backe gehabt, ob sie wollte oder nicht. Das typische Schicksal der großen Schwester halt. Wir haben dieselbe traumatische Kindheit gehabt, obwohl sie als große Schwester sicher etwas mehr von dem Elend abbekommen hat, als die kleine Schwester, das Sandwich-Kind, das eigentlich nur immer ein Störfaktor/Störfall war.

Als Teenager haben wir uns auf Leben und Tod gehauen und gestritten. Ja, ja, Beulen und Narben sind noch vorhanden. Sie war in meinen Augen die unerträgliche große Schwester, die alles richtig machte und immer in der Schule gut war, die ihr Studium ordentlich absolvierte, während ich von einer kleineren oder größeren Katastrophe in die nächste stolperte.

zillebarnvagnWir wurden Mütter und näherten uns einander vorsichtig an, obwohl unsere Auffassungen von Kindererziehung Lichtjahre auseinander lagen. Ich damals im anti-autoritär-Fieber-Kinder-Erziehung-Berlin – obwohl wir nur sehr moderat waren, echt…  Nun sind wir alt geworden und sie, meine große Schwester, gehört mit meinen Kindern und Enkelkindern zu den Personen, ohne die ich nicht eine einzige Sekunde leben könnte. Wenn meine Schwester und ich uns treffen, sagen wir „ich sterbe aber vor Dir“ was sofort ein Protest auslöst „Nee Du, ich zuerst“, denn keine von uns kann sich ein Leben ohne die Schwester mehr vorstellen. Der Gedanke, dass solche Verluste überhaupt möglich sein können, kriecht wie ein kaltes Gefühl in mich hinein. Mal sehen wer diesmal gewinnt – die kleine oder die große Schwester.. Irgendwann sind auch wir ja auch mal dran..