Neue Berufsbezeichnung: Philanthropin

blablomma

Habe heute mit einem Auge der Taufe von unserem Prinz Oskar im Fernsehen verfolgt. Alte Royalistin wie ich bin.. Die Reichen und die Schönen marschierten ein und bei einer Dame hieß es: „Die Philanthropin X.“

Ich musste doch etwas nachlesen, so ungefähr wusste ich schon, was ein Philanthrop ist, aber dennoch. In der schwedischen Wikipedia stand: Eine Person, die Menschen im allgemeinen positiv eingestellt ist und, die ohne Gewinninteresse für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen wirkt. Die deutsche Wiki war sehr viel umfangreicher, wir Schweden sind etwas oberflächlicher.

gingo

Na Holla die Waldfee – hier werden neue Visitenkarten gedruckt! Philanthropin Cecilia Stickler. Wie hört sich das an?! Aber irgendwie denke ich, dass es doch anders gemeint ist, als wenn ich hier im Kiez Müll sammele, aufräume und ein Auge auf dies und jenes habe. Aber den Menschen im allgemeinen positiv eingestellt, das bin ich – mit wenigen Ausnahmen aber es steht ja auch im Allgemeinen.. Vielleicht lasse ich es lieber doch..

Kann diese Welt böse sein?

zuversicht

Am Elternabend eines Enkelkindes kam ein ganz wichtiger TOP dran: Eine Mutter bestand darauf, dass diejenigen, die das Essen für die Kinder kochen, statt des üblichen Salzes Himalyasalz benutzen sollten…. Was soll man hier machen? Mit der Stirn auf die kleine Schulbank aufschlagen oder hysterisch lachen? Gott sei Dank war ich nicht dabei – ich glaube, ich hätte mich schlecht benommen.. Wenn man nicht größere Probleme hier im Leben hat, dann geht es einem in der kleinen Luxusblase gut.

zweifel

Auf dem Heimweg vom Schulkind-Sitzen bin ich dann in eine Pegida-Demo geraten. Sowas hatte ich bis jetzt nur im Fernsehen gesehen und das war schon erschütternd. Ein kleiner Haufen (mit Sonnenbrillen! Um 22 Uhr… Wir haben früher „Schiri, ich weiß wo Du wohnst“ gerufen..) verirrter Anhänger scharten sich hinterm ihrem Anführer, der per unglaublichen Lautsprechern – wer schon geschlafen haben mag,  stand jetzt sicherlich senkrecht im Bett – die furchtbarsten Sachen von sich gab. Wir –von einer Unmenge von Polizisten abgeschirmt – habe es aber geschafft, sie ordentlich niederzuschreien und  niederzubuen. Als Krönung haben sie dann inbrünstig das Deutschlandlied in einer Fassung abgesungen, die ich dachte, nicht ganz salonfähig sei.  Fremdschämen ist einfach zu harmlos – ich war fassungslos. Aber als ich dann mein müdes Haupt in mein schönes Kissen senkte, musste ich doch wieder an die Himalayasalz-Mutti denken und kichern.. Die Welt kann nicht böse sein..

Habe Schnauze voll – Toleranzkonto auf Null gefahren!

appelblomSorry, aber jetzt habe sogar ich irgendwie die Schnauze von den zerstörenden, müllproduzierenden Nachbarn und Mitmenschen satt. Wir hier im Kiez sind eine kleine Truppe, die aufräumen, bepflanzen, kümmern und unser Herzblut reingeben. Aber jetzt kommt das Unsägliche – ich werde politisch inkorrekt! Iss mir aber wurscht!!

Bei einigen Nachbarn, die aus anderen Ländern mal gestammt haben könnten (Konjunktiv..), scheint es verbrieft zu sein, dass man Müll einfach fallen lässt, dass man weniger achtsam ist und keinen Respekt zeigt (obwohl dieser von uns eingefordert wird..), als gäbe es hier einen never ending Pott Geld (Das Mantra vom Grünflächenamt:“ Kein Geld, kein Personal.., Kein Geld, kein Personal..,“) Die Umgebung der Sitzbänke am Spielplatz sieht aus, als wäre der Müllcontainer kurz implodiert (10 Meter weiter sind mehrere noch leere Abfallbehälter), die liebevoll gepflanzten Blumen werden entweder für Zuhause mitgenommen (toll, wir haben wohl den Geschmack der Anwohner getroffen) oder einfach rausgerissen und zertreten (oh sorry, haben wohl den Geschmack der Anwohner nicht getroffen), oder einfach mal so abgeknickt, die Plastikostereier, die an den Forsythien hingen, wurden auf dem Boden mal so zertreten (vielleicht war man mit unserem Osterfest nicht d´accord? Ist ja auch nicht nett von uns..), die Umgebung der Sitzbänke ist mit Sonnenblumenkernenschalen so übersäht, dass ich manchmal denke, es hätte geschneit, die vollen, zwar zusammengerollten  aber dennoch kackgefüllten, Windeln werden in der Sandkiste einfach liegen gelassen (10 Meter weiter mehrere leere Abfallbehälter).

vitablommorOkay, okay, ich erwarte jetzt den Shit-Storm der Entrüstung! Wie kann ich es wagen zu behaupten, dass es  die Nachbarn sind, die vielleicht mal aus anderen Ländern gestammt haben könnten? Ha – erstmals bin ich selbst Migrantin, also nehme ich mir das Recht dazu und nun ja, ich bin zwar alt aber noch nicht blind und taub. Und wenn ich jemanden erwische und höflich um Achtsamkeit bitte – hoho, was ich dann zu hören bekomme, das sage ich nicht.. Hab meinen Enkelkindern gesagt, dass man sowas nicht sagen darf.. Hab´s nur einfach sooooo satt und jetzt möchte ich auch RESPEKT bekommen… Ich sage wie meine geliebte Astrid Lindgren „wiesu tut sie su?“.. Und ich füge jetzt nur schöne Bilder bei – aus Rache.. wenigstens die kann man uns nicht zerstören..

 

 

Chaostag..

leg nicht alle eier

Heute Morgen auf dem Weg zum McFit habe ich meinen Schlüsselbund verloren. Stehe da vor McFit, um das Rad abzuschließen, um mein 2-wöchtenliches Quälen zu absolvieren und suche und – KEINE SCHLÜSSEL!! Krise!! Ich werfe mich aufs Rad, radele so schnell, dass die Kette glüht, in der Hoffnung, dass der Schlüsselbund da noch liegt – war ja unchristlich früh und wer ist zu der Zeit schon unterwegs? Aber klar wie Kloßbrühe, nix da! Ich stecke den Schlüsselbund immer in die Manteltasche, aber wahrscheinlich habe ich „danebengegriffen“ und Schwupps lag der Bund auf den Boden und da die Seniorin mit 72 schon etwas schlecht hört, hat sie den „Aufprall“ nicht gehört.

 

der rote pelzAls rasender Radlerin habe ich ein Stoßgebet an meinen neuen Freund, den Gott, gesendet, aber klar, um solche Petitessen kann er sich  nicht kümmern. Habe den Schlüsselbund fast vor dem Hauseingang verloren, und wer weiß, wie „clever“ der Finder ist.. Also ein ungutes Gefühl. Ersatzschlüssel bei Tochter besorgt und ran an die Arbeit und habe neue Zylinder und neue Schlüssel besorgt.. Pah, wisst ihr wie teuer Zylinder sind?! Nee, wollt ihr auch nicht wissen.. Ein Glück, dass man nicht auch noch eine neue Tür kaufen muss – wäre noch teuerer.. Ach was hätte ich nicht Schönes bei Zara dafür kaufen können.. Aber nun bin ich total schlüsselfixiert und fummele ständige in der Manteltasche rum..

Träume – damals und heute

Donut

Wovon habe ich geträumt als ich jung war? Jetzt ist aber Fremdschämen angesagt! Als Teenager habe ich im Kino bei „Sissi, die junge Kaiserin“ gesessen und Rotz und Wasser geheult und davon geträumt, eines Tages in Schönbrunn einen Walzer tanzen zu dürfen.

Ich kam als junge Frau auch später dann nach Schönbrunn, aber mein damaliger Mann – ein „Produkt“ der 68-er Studentrevolution i Berlin –  hätte sich lieber die Beine abgehackt als in dieser kapitalistisch und royalistisch verseuchten Hochburg Walzer zu tanzen. Außerdem konnte er gar nicht Walzer tanzen.. Ätsch!

Wal

Und wovon träume ich heute mit 72? Och, bin da ziemlich bescheiden geworden finde ich, keine große Reisen oder Sachen „to-do“. Nein, mein einziger Traum/Wunsch ist, dass meine Kinder und Enkelkinder gesund und glücklich sein können. Und für mich träume ich  – wenn es dann soweit ist – von einem ganz schnellen Tod und, dass ich nicht irgendwo hinsiechen muss bis endlich ausgesiecht ist.. Zu viel verlangt? Na, wir werden es ja sehen. Aber wie gesagt, erstmals bitte die Sache mit den Kindern und Enkelkindern arrangieren – noch werde ich nicht abdanken!

Bilder: Sophie Herken

Neues von 128 cm

 

umdieeckedenken128 cm an Mormor (Großmutter): „Du mormor, wenn Du tot und im Himmel bist, wie kriege ich dann Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke von Dir? Schmeißt Du sie von Deiner Wolke runter?“

Mormor: „Mein Liebes – ich werde bei Mama Geld da lassen, dann bekommst du immer etwas“

128 cm: „Super Mormor – wollen wir jetzt weiter Lego spielen?“

Herrlich wenn man Probleme nachhaltig lösen kann..

 

Kleine Aufmunterung am Freitagmorgen

lutaAuf meiner morgentäglichen Müllrunde traf ich auf diese kleine Aufmunterung! Jawoll! Genau!! Lasst uns sofort an einander lehnen! Vor allem auf dieser Parkbank, die gar die keine Lehne hat – da brauchen wir wirklich einander… Also,  schön aneinanderlehnen und geniessen! Leider hatte ich heute Morgen auf meiner Müllrunde keinen Menschen zur Hand, an den ich mich hätte aneinander lehnen können. Aber der Tag hat ja erst angefangen..

Dank an meine Supporters!

IMG_1510-1Dank an Euch alle, die mich angefeuert habe, doch nach Köln zu dem Blog 50+-Treffen zu fahren! Oh, hätte ich mich geärgert, wenn nicht! Ich bin hingefahren, haben 25 tolle Frauen getroffen, die alle sehr professionelle Blogs schreiben, Reiseblogs, Lifestyleblogs, Modeblogs und solche OMMM-Blogs, so dass ich das Gefühl habe, meine kleinen Gedanken fallen etwas aus dem Rahmen.  But so what.. Und professionell sind sie! Pah!  Und wenn sie anfangen über hashtags und Instagram und weiß ich was zu reden, dann bin ich mucksmäuschenstill und tue so, als ob ich das alles verstehen würde.. Aber geht auch so. Jedenfalls war ich wohl die älteste, aber alle waren dennoch sehr nett zu mir.. Und als ich dann nachts quer durch Nippes nach Hause in mein Hotel wanderte, war es eine sehr fröhliche und glückliche schwedische Rentnerin die dort lief.. Dank an Euch alle!!

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Kneifen oder nicht kneifen – das ist die Frage..

Im Internet hat sich spontan eine Gruppe Blogger 50+ gebildet. Viele unheimlich interessante und nette Leute und morgen treffen wir uns zum ersten Mal in Köln. 25 haben sich bis jetzt angemeldet. Und icke – unüberlegt und spontan wie immer (ja, ja, frag nur meine Ex-Männer..) habe ich eine superbillige Fahrkarte und ein leider nicht superbilliges Hotel (ganz Köln scheint Freitagnacht unterwegs zu sein) gebucht und nun sitze ich hier und grübele so vor mir hin.. soll ich wirklich fahren? Kenne doch keinen Menschen und gute Frau, es heißt 50+ und nicht 70+ und sie sind alle jünger, fitter und besser. Und Smalltalk ist eigentlich nicht so mein Ding – obwohl manche Leute das glauben,  mache ich scheinbar den Eindruck, als könnte ich den einen oder anderen in Grund und Boden quatschen. Und jetzt quer durch die ganze Republik fahren? Zu Hause vor der Glotze wäre es doch auch schön, oder??

IMG_1508-1Nee, jetzt ist genug, habe den Rucksack rausgeholt, mein Survival-Kit eingepackt (Antibiotikum falls – wehe!!  – die Blasenentzündung  wieder zuschlägt (macht sie am liebsten wenn ich auf Reisen bin  – verfüge über leidvolle Erfahrungen..) und eine Reservebrille.  Einmal hatte ich keine dabei und musste von Bad Saarow bis Aachen fast blind mit der Bahn fahren und das war  sehr langweilig (ach, kann man in 8 Stunden ohne Lesestoff viel nachdenken (und ob immer Gutes dabei rauskommt ist ein anderes Ding)) und  nicht lustig..  Wollte jedem erklärten, dass ich nicht Analphabetin wäre, bei Fragen wie: Wie heißt diese Station? Welche Nummer hat dieser Sitz? Wo lang geht es zur WC?? Also  auf nach Köln, hier wird nicht gekniffen!!

Lieber Ingvar Kamprad!

Lieber Ingvar – hier ein kleines verspätetes Geburtstagsgeschenk für Dich mit etwas  Klimpern in der Kasse (in Deiner, leider nicht meiner..) Wollte eigentlich nur zu Ikea fahren um zu „gucken“ und das ist das Ergebnis… Das übliche Ikea-Syndrom.. und ziemlich ätzend mit 2 Strassenbahnen quer durch Berlin nach Hause.. aber selber Schuld..

ikea

Neues Los – Neue Saison!

Oh, manchmal habe ich diesen Müll einfach soooo was von satt! Klar, selber schuld – keiner hat mich gebeten,  mit dem Kneifer morgens oder abends den Müll zu entsorgen. Klar selber schuld – aber dann ich freue mich, wenn dann mein Kiez nicht so assig aussieht.

IMG_1498-3Jetzt hat die neue Saison angefangen – von diesen Eisverpackungen sammle ich jetzt täglich – nur auf dem großen Spielplatz – täglich mindesten gefühlte 59 solche auf – und die Viecher sind auch noch glitschig und schwer zu greifen…  Aber wie sollen die ansonsten herrlichen Kiddies verstehen, dass man sie nicht einfach hinschmeißt, wenn deren Mütter – sicherlich 4. Generationen Migrationshintergrund  – in meinem Kiez wohnen 70% Menschen mit eben solchen – nach einem netten gemeinsamen Plausch auf der Parkbank, den Platz so verlassen, dass man denken könnten, oh, dort ist ein Müllcontainer explodiert? Woher sollen sie verstehen, dass die  orangefarbene Behälter nicht nur Dekos sind und nicht nur zur Testosteronentladung aufgetreten werden können, um die Umgebung mit dem Inhalt zu dekorieren?

soporKomm mir jetzt nicht mit politisch inkorrekt, Toleranz, Multi-Kulti! AUCH ICH BIN MIGRANTIN (und nur 1. Generation!)  und ich schmeiße meinen Müll nicht einfach so um mich herum!! Ach ist es schön, selbst als Migrantin so richtig politisch unkorrekt zu sein… Erwarte jetzt den Shit-storm!!

Proudly presenting? Ich – Wissenschaftlerin!

Hä, was ist denn nun los? Ich und Wissenschaftlerin? Jawoll – habe mich selbst dazu erkoren. Manchmal muss man das Glück einfach selbst packen. Ich lese oft von Untersuchungen, in denen man herausgefunden hat, dass, weiß ich was, Farbenblinde nicht so gut Farben sehen können, Rechtshänder schlecht mit links schreiben und sowas. Sowas, was so klar wie Kloßbrühe ist und ich immer denke „Himmel, so viel (EU-)Geld für eine solche Untersuchung, die ich auch hätte machen können“. Klar – es gibt auch wichtige Untersuchungen, weiß ich, war ja schließlich mit zwei Professoren (nach einander..) verheiratet..

matthiasenerBild matthiasener/foltolia

Heute schleppte ich mich zur McFit – aus reinem Geiz, schließlich zahle ich dafür und außerdem plagt mich das schlechte Gewissen so dermaßen und sehe schon den drohenden, absoluten körperlichen Verfall,  wenn ich nicht hingehe. Ich schleppte mich von Gerät zu Gerät und hatte in meiner kleinen steinzeitlichen Musikanlage die Brandenburgischen Konzerte und die Gewichte wurden schon von alleine immer schwerer und schwerer. Dann switschte ich zu Bonny Tyler – die weibliche Rod Stewart der 80-er Jahre für die Youngsters, die sie nicht kennen – und siehe da, 20 kg waren gleich ganz flockig leicht und Schwupps die Wupps war ich fertig.

Also was lernen wir daraus? Brandenburgische Konzerte sind für das Gym nicht geeignet.  Dagegen Bonny Tyler – sehr! Merke Euch diese sensationelle wissenschaftliche Neuigkeit!! Ich erwarte jetzt Post vom Nobel-Komitee in Stockholm und vielleicht darf ich dem König die Hand schütteln.. Pah!!

Der ungebetene Gast in meinem Kopf

saraberdonfotoliaBild Saraberdon/fotolia

Du Fremder, Du bist überhaupt nicht willkommen, Du störst! Hau wieder ab! Es gehen Sachen in meinem alten Kopf vor sich, es tut weh, es blitzt und donnert, habe das Gefühl, dass ich eine viel zu kleine Mütze auf dem Kopf habe. Sind das vielleicht auch ganz einfache normale Altersdinge? Darf man ja auch mit 72 haben – obwohl ich nicht so gewettet habe. Damals vor 18 Jahren – Brustkrebs – und ich bat untertänigst um noch einige Jahre und siehe da – habe bisher 18 wunderbare Jahre bekommen. Man könnte ja denken, dass der Krebs nach so vielen Jahren tief begraben wurde, aber gerade Brustkrebs hat es ganz gerne, so nach etwa 20 Jahren als Überraschungsgast noch einmal Guck-Guck zu sagen: „Na, hattest Du gedacht, Du hast gesiegt? Ällalätsch!“ Nun wollen wir den Teufel nicht an die Wand malen, vielleicht ist alles roger, aber irgendwie wollen die Gedanken diesen ekeligen Gedanken nicht loslassen. Nun ja, wenn es so sein sollte, habe ich wenigstens diese wunderbaren Jahren bekommen!

Berlin – die zukünftige Stadt der Baumstümpfe..

trädrot1In Berlin gab es schon immer sehr viele Bäume. Besonders im alten West-Berlin, wo man wohl versuchte, uns Berlinern (und mit Verlaub auch uns Zugereisten) etwas Natur zu bieten, da die Umgebung für uns nur eine Fata Morgana war. Und es gelang ganz gut – Berlin im Sommer ist fast ein Traum, aber ich sage nur fast, denn wenn ich an meine Heimatstadt Stockholm im Sommer denke, na da haben wir leider schlechte Karten. Im alten Ost-Berlin haperte es mit der Baumpflanzerei etwas – aber klar, man hatte da andere Sorgen. Aber jetzt sind die Bäume im alten West-Berlin auch in Gefahr. Sieht ein Baum etwas kränklich aus und fühlt sich nicht so super?

trädrot2Na, dann wird nicht lange überlegt, abhacken und fertig! Und der Rest sieht so aus wie auf den Bildern. Den Rest ausbuddeln? Neu pflanzen? Nee, das können Sie schon mal vergessen! Wie schön, dass ich nicht mehr am Leben bin, wenn Berlin eine baumfreie aber stumpfreiche Zone geworden ist.. Mit der heutigen Umweltbelastung wird es wohl flott voranschreiten..

Eines Tages..

Ich habe die ehrenvolle Aufgabe bekommen, in einem Pflegeheim Fürsprecherin zu sein. Ja, ich wusste auch nicht was das ist, aber man kann es sich so vorstellen, dass ich eine Art Schnittstelle zwischen Bewohnern, Personal und Angehörigen bin. Wenn Probleme entstehen, sollte ich möglichst dabei behilflich sein, eine Lösung herbeiführen – oder jedenfalls wird das von mir erwartet. Die bisherigen Probleme wurden umgehend von der Leitung gelöst – das gibt mir viel Hoffnung.

tbelfoto tbel/fotolia

Um überhaupt zu verstehen, was eine Pflegeabteilung ist, bin ich einige Tage als „Praktikantin“ mitgelaufen. Ich habe versucht, dort wo ich konnte, mitzuhelfen. Ich habe nasse Bettlaken ausgetauscht, frische Bettlaken glatt gestrichen, gefüttert (ich weiß, das darf man nicht sagen, das heißt Essen anreichen), Windeln (das heißt IKW Inkontinenzwaren o.ä.) ausgetauscht, wirr gelegene Haare gekämmt, dünne Haut an dünnen Wangenknochen gestreichelt, krampfende kalte Hände gehalten (wobei ich doch die Weltmeisterin der kalten Hände bin..). Das alles berührt mich zutiefst und ich bete still vor mir hin: bitte lass mich später davor einfach tot umfallen… Und ich verwünsche die Politiker, die mir das Recht auf Selbstbestimmung absprechen.

lilleprinsenliggerb

Ich bewundere zutiefst das Personal, das ihren anvertrauten alten und gebrechlichen Menschen so viel Geduld, Einfühlsamkeit, Zärtlichkeit entgegenbringt. Immer bereit, eine zärtliche Streicheleinheit zu geben, immer wieder, immer wieder..