Ach Tegel, ach Tegel…

Wir alle hier in Berlin lieben und hassen den Flughafen Tegel und wissen, dass sogar der Flughafen in Burkina Faso – sorry, ich behaupte das nur einfach so, wahrscheinlich ist er tausend Mal besser als Tegel – Tegel vor Scham in den Boden versinken lässt. Okay, sollte ja schon vor langer Zeit geschlossen sein und nur weil die Berliner es nicht schaffen einen neuen Flughafen (unter anderem..)  zu bauen, verrottet der Flughafen bei vollem Betrieb so still vor sich hin. Eine Reise von dort zu starten – oder nach Hause zu kommen und den Koffer in einem kleinen Raum, in den gleichzeitig 3 Flugzeugfüllungen von Menschen und Koffern zusammengequetscht werden – ist immer wieder ein Abenteuer.

Ich hatte verpasst, dass die Herbstferien anfangen und wollte eigentlich nur nach Stockholm fliegen. Am Flughafen werde ich von einer Masse gestressten und nicht sehr freundlichen Menschen fast überrollt. In dem schmalen, tristen, vergammelten, heruntergekommenen Gang von Terminal A zu C herrscht Hektik pur und Mitten in dieser Hektik steht auf einem kleinen, wackeligen Hocker ein älterer Arbeiter und bürstet ganz sachte und vorsichtig die Längskante mit einer Bürste, die so aussieht als hätte er seine Zahnbürste zur Arbeit mitgenommen. Ich muss kurz stoppen und lachen aber diese Situation ist einfach zu absurd. In diesem vor sich hin bröckelnden, heruntergekommenen Flughafen steht er dort und bürstet so vorsichtig vor sich hin. Als ich nach einer Woche zurückkam war er nicht mehr da – Projekt aufgegeben? Aber ich begebe mich gleich weiterhin in den Kampf – habe gelernt, wozu man auch Ellbogen benutzen kann..

Bild Sophie Herken

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