Archiv des Autors: Cecilia Stickler

Wieder Lebensgefahr in Berlin..

Hier in Berlin ist es aus zwei Gründen lebensgefährlich zu Fuß unterwegs zu sein. Teils ist das, was man „Straßenbelag“ nennt nicht das, man sich unter dem Namen vorstellt und teils haben wir eine Straßenbeleuchtung, die für alte, linsengetrübte Menschen keine Freude darstellt. Aber heute etwas Geknatschte über den Straßenbelag – auch mit der Gefahr dass ich jetzt wieder einen Shitstorm auslöse..

Es ist lebensgefährlich in Berlin auf dem Bürgersteig zu laufen. Ja, ja, ich weiß, gerade da wo Du wohnst ist der Belag super, aber hier eben nicht!  Manchmal laufe ich lieber auf der Straße – auch mit der Gefahr umgenietet zu werden. Auch meine junge bloggende schwedische Kollegin Annelie, die auf Schwedisch bloggt, hat sich auch über den Belag ausgelassen und sie ist nun, Gott bewahre, alles andere als alt und linsengetrübt.

Die Platten haben ein eigenes Leben, manche schauen keck hoch, manche wackeln, dass man seekrank wird, manche fehlen einfach, zwischen manchen sind riesige Spalten. Ich muss voll auf den Belag fokussieren, wenn ich meine prächtigen, fußgerechten 41,5:er platziere. Und dennoch – dennoch kippe ich manchmal wie ein gefällter, alter trocker schwedischer Kiefer um – autsch.

War gerade  „Drüben“. Und es ist wahrlich nicht das erste Mal ,dass ich mich dort auf den sauberen ( das auch noch…)  Bürgersteig hinlegen und ihn weinend sanft streicheln möchte. Sie sind die reinsten Kunstwerke, dort liegen die Platten dort wo sie liegen sollen, wie kleine Zinnsoldaten, dicht an dicht. Kein Rauf, kein Runter.. Ein Traum darüber zu laufen. Mann/Frau kann auch einen Blick auf die schön renovierten Häuser wagen.

Jetzt sollte ich nicht neidisch sein, aber könnten wir hier im ehemaligen Westen nicht auch mal etwas von der Soli-Steuer bekommen, die nur „einige Jahre“ erhoben werden sollte, bis man im Osten „Grüne Landschaften“ hat (O-Ton H. Kohl)? Es sind ja zwar nur 28 Jahre vergangen und man soll ja nichts überstürzen  aber ich möchte, verdammt noch mal, auch solche Bürgersteige haben!!

Nur die stärksten überleben in Berlin

Saß draußen in der Herbstsonne mit einigen Nachbarn auf der Parkbank. Es muss gesagt werden, dass ich in einer verkehrsberuhigten Straße wohne. Autos Tabu! Aber Fahrradfahren ist erlaubt, und das wird gerne als beliebte Rennstrecke für die Kampf-Radler angenommen. Die Kampf-Radler nenne ich so, weil sie so fahren, als hätten sie zu Hause im Schrank mehrere Leben hängen, und wenn ein Leben gerade todgeradelt wurde, nimmt man eben das nächste. Ich weiß nicht was ich falsch gemacht habe, habe kein Extra-Leben im Schrank hängen Schade.. Also hier bei uns: Volle Fahrt voran.  Zur Sache gehört aber auch, dass ich in einem Kiez wohne, wo Kinder fleißig geboren werden. Jawohl, da freut sich die Rentenbehörde! Diese Kinder laufen gerne von hinnen nach dannen, wenn sie so weit sind, und das auch sehr schnell.

Wir drei Weiber sitzen dort und philosophieren so vor uns hin, und ich sehe das Unglück kommen. Eine junge sehr sportive Frau auf einem noch sportiveren Rad kommt gerade aus angebraust. Vor ihr eine Gruppe kleiner Kinder. Gerade als sie vorbeibraust, bewegt sich leider das eine kleine Kind, vielleicht 2 Jahre alt, leicht seitlich und SCHWUPS war die Katastrophe da! Das kleine rosa Geschöpf, das auch Gott sei Dank recht wohl ernährt und gut eingepackt war, wird voll ins Rosa (nein nicht ins Schwarze diesmal) getroffen. Es schreit und weint vor Schreck und Schmerz.  Es hat sicher weh getan und das kleine rosa Kind ist wütend. Der Vater kommt angelaufen und eine heftige Diskussion entsteht.  Die Hände gestikulieren noch heftiger. Ich gehe zu dem Vater und sage, dass ich alles gesehen habe, falls er eine Zeugin braucht.  Die junge Frau mit dem Rad beschimpft mich und meint, dass es ja AUCH ein Radweg ist und denkt sich wahrscheinlich, was mischt sich die Olle da ein. Ich sage ihr, dass man verdammt noch mal nicht mit der Geschwindigkeit durchbrettern kann, wenn man sieht, dass Kinder dort spielen. Man weiß doch nie was  in ihren bezaubernden Köpfen so vor sich geht.  Wahrscheinlich keine nette Wörter in einer fremden Sprachen, andere Sprache vom Vater.

Und die Moral der Geschichte? Die Polizei kam und nahm alles auf, damit es dann lange im Keller der Bürokratie vor sich hingammeln kann, das rosa Kind spielte dann munter weiter und ob die junge Kampfradlerin jetzt was dazu gelernt hat?

bild 1 #127591424belamy fotolia
bild 2 mathiasener fotolia

Wahlplakate, die Polizei und ich Teil II

 

Zwei Wahlplakate waren runtergerutscht, das eine war schon ganz abgefallen und da ich die „Mülltante von Vinetaplatz“ bin dachte ich, dass das runtergerutschte und vollgepinkelte – die Hunde mochten es – Plakat und das was schon den Geist aufgegeben hatte,  entsorgt werden konnten.

Ich war gerade dabei und sehe und höre nicht zwei ältere Polizei-Djangos, die breitbeinig, wie Clint Eastwoold mal, ihr Auto verlassen und zu der Rentnerin heranschaukeln. Mächtige (ist man Polizist so ist man Polizist..) Stimme: „Was machen Sie da??“. Ich freundlich „Oh, die Plakate waren runter- und abgefallen und ich räume sie weg“. Es folgt ein langer Vortrag dass dies SACHBESCHÄDIGUNG UND STRAFBAR ist und dass ich SOOOFORT die Plakate wieder  ranmachen sollte.

Ich sage aber, meine Güte, die Plakate waren doch schon unten, sehen schrecklich aus, sind vollgepinkelt und außerdem habe ich keine solchen Plastikbänder, die den nächsten Atomkrieg überleben. Ich drapiere sie flott um die Laterne und verspreche, mit den beiden Parteien Kontakt aufzunehmen und den (unfassbaren) Schaden zu melden und erhoffe mir ein absolvo te…

Dann schaukeln die Djangos wieder zu ihrem Auto und denken wahrscheinlich „Wow, die Alte made our day“. Ich dachte immer, dass in Berlin zu viel Kriminalität herrscht und dass die Polizei hoffnungslos unterbesetzt ist, aber wenn sie nichts besser zu tun hat, als eine alte Rentnerin sich vorzuknöpfen, die nur aufräumen möchte, dann besteht doch vielleicht Hoffnung für Berlins Zukunft..

Same procedure as last year? Same procedure as every year!

Die Katastrophe (jedenfalls für meine Wenigkeit) ist da! Heute am 31. August – ja AUGUST – türmen sich bei einem Discounter die Weihnachtssachen – Dominosteine, Stollen, Spekulatius.  Falls jemand es nicht auf dem Schirm hat – Weihnachten ist in DREI Monaten und draussen sind noch 30 Grad. Nach drei Monaten möchte sowieso kein Mensch Dominosteine mehr essen und mir wird schmerzlich bewusst, dass bald das elend lange Novembergrau vor mir liegt bis ich nach Weihnachten wieder nach vorne schauen kann (hoffentlich nicht auf noch so einen nassen Sommer..). Mann, in DREI Monaten!!

Das Elend mit den Wahlplakaten..

Die ganze Stadt ist mit Wahlplakaten zugepflastert. Große, megagroße Bilder von Angela Merkel und Martin Schulze, beide superphotogeshopped und flott. Und was sagt uns das? Nur ein Bild und ein Name und der Parteiname. Nischt mehr.. Sind sie für diejenigen, die nicht wissen wie Angie und Schulzi aussehen? Wenige Parteien haben überhaupt einen Wahlspruch, mit dem sie die Wunder bewerkstelligen wollen – aber die Wunder müssen innerhalb von 4 Jahren ein Ergebnis vorzeigen können, sonst werden sie nicht wiedergewählt. Und ob sie was durchgesetzt haben oder nicht – nicht so wichtig – Hauptsache WIEDERGEWÄHLT zu werden!

Dann haben wir die kleineren Plakate mit weniger bedeutenden Damen und Herren – auch maximal durch Photoshop gejagt – die von Anfang an hoch oben an den Laternen aufgehängt wurden. Wer läuft herum und schaut hoch auf die Laternen? Je länger die Zeit verstreicht umso tiefer rutschen sie runter – Erdanziehungskraft – und knicken leicht zusammen und liegen da unten und sehen lustig aus. Von Hunden gerne genutzt.

An meiner Laterne, die mein Fahrradparkplatz ist, habe ich einen Herrn von der Linken, den ich immer wieder hochhieve, um an meinen Parkplatz zu kommen, dann knallt der Herr von der Linken wieder runter. Ich sage ihm meistens Guten Morgen, wir sind schon mit einander vertraut (aber wählen darf ich ja eh nicht..).

Wenn dann alles vorbei ist, hängt dort ein trauriger Rest, um den sich keiner kümmert bis er einfach verrotten. Aber die Plastikbänder, mit denen sie aufgehängt werden, sie werden den nächsten Atomkrieg überleben. Eine stille Frage : Was kostet dieser Wahnsinn? Warum nicht statt dessen einfach Plakate – in einem maßvolleren Umfang – mit der Aufforderung „ Geh doch wählen -verdammt noch mal“ aufhängen?

Menschen kommen, Menschen gehen..

Es gibt Menschen, die, während man einfach voll damit beschäftigt ist zu leben,  einfach so im Herzen landen und die man dann gar nicht mehr da aus dem Herz hinauslassen möchte. Bleib doch da drin mit meinen anderen Lieben sitzen, ich mache die Tür zu, denn ich möchte, dass Du auch immer da bleibst! Aber ach, das Leben ist nicht so.. Wir begegnen und trennen uns. Klar, es gibt E-Mail, Twitter, Skype, WhatsApp und weiß ich was, aber ich möchte diese in  meinem Herzen eingeschlossene  Person ganz richtig lebend vor mir haben und sie bei Bedarf richtig umarmen können. Skype und WhatsApp zu umarmen ist eben nicht dasselbe. Aber man – nee, mein Psychologe hat gesagt ich soll aufhören immer „man“ zu sagen und statt dessen ganz mutig ICH –  ICH habe gelernt,  Menschen kommen, Menschen gehen, niemals bleibt die Zeit stehen. Auf Wiedersehen M und danke, für die Zeit, die ich mit Dir bekam..

Liebe hippe Berlin!

Ich habe immer zu Deinen heißesten Supportes gehört, aber so langsam fängt meine Liebe an etwas abzukühlen.

Schon in den 60-er Jahren, als ich hier neu war, sprach man vom Berliner Filz. Wowereit gelang es, der finanziellen Katastrophe etwas Paroli zu bieten, indem er das Personal in allen Behörden drastisch reduzierte. Sein Motto war vielleicht „Nach mir die Sintflut..?“. Seine Milchmädchenrechnung hat darin resultiert, dass

wenn Du Dein Auto neu anmelden musst, versuchst Du die Zulassungsstelle anzurufen, um zu hören, wann Du kommen kannst, denn einfach so da auftauchen, das geht nicht mehr. Jetzt musst Du aber VIEL Geduld haben, aber wenn Du durchkommst, hörst Du, dass alle Termine bis z.B. Oktober vergeben sind. „Okay, dann kann ich also am 1. Oktober wieder anrufen?“. Du hast Glück wie ein Glückspilz und kommst dann durch, um zu hören, dass ALLE Termine bis zum Jahresende schon vergeben sind! Super wenn Du vielleicht mit dem neuen Auto in Urlaub fahren möchtest. Urlaub Ade! Was macht man dann? Du wendest Dich an eine Firma, die alles für Dich erledigt und in, sage und schreibe, drei Wochen alles erledigen kann! Kostet €€€ – klaro. Ob der Inhaber einen Kumpel beim Amt hat? Ich glaube, das ist was man Filz nennt.

wenn Du heiraten möchtest und in Mitte wohnst. Oh, oh, oh, da musst Du VIEL Geduld haben. Um eine der heißen Nummer zu ergattern, die um 8 Uhr verteilt werden, musst Du am Abend vorher mit Schlafsack anrücken und vor der Tür zu schlafen – inklusive kleinere Schlägereien wenn die Tür aufgeht.. Wozu denn heiraten? Geht eh öfters schief..

wenn Du ins Krankenhaus musst? Ja, dann kannst Du nur hoffen, dass das Personal nicht gerade für humanere Arbeitsbedingungen streikt und wenn Du ein bis zum Abschlag gehetztes Personal sehen möchtest, dann bist Du da richtig.

Die sind nur Beispiele wie es in Berlin so ist. Solche Sachen wie Computer oder so ‘n neumodisches  Zeug – das ist in Berlin noch nicht angekommen. Als ich als Übersetzerin einer Kundin helfen musste, aus Schweden verschiedene persönlichen Papiere zu bekommen, konnte ich das telefonisch für sie und ihren Mann anfordern und zwei Tage später lagen sie in meinem Briefkasten. Sich dies in Berlin vorzustellen – unmöglich – Du hättest vom Notar, oder weiß ich was vom Bundespräsidenten, viele runde Stempeln haben müssen – wenn überhaupt. Just dream about it!

Ist in der Stadt irgendwas kaputt oder marode? Och, da kommen Schilder oder Absperrungen hin und man hofft wohl daran, dass die Sache sich von alleine wegzaubert. Wenn dann die Schilder oder Absperrungen verrotten und rosten? Och, dann kommen neue hinzu. Reparieren? Nee, warum?

Dreck und Müll? Ich habe den Eindruck, dass ich zu den wenigen zähle, denen es stört. In meinem Kiez bin ich die selbsternannte Müllpolizistin und wache hier über die Sauberkeit und gehe auch morgens immer selbst den Müll aufsammeln, zum großen Erstaunen meiner Nachbarn, aber dank IKEA wissen ja dass die Schweden ein wundersames Folk sind, sie DUZEN sich sogar einfach so! Man stelle sich das vor!! Es gibt jetzt eine neue App zum Ordnungsamt,  über der man Müll oder andere Probleme melden kann und ich fürchte, dass sie bald meine  Standleitung sperren.

Aber Ach Berlin, wenn ich nicht meine Familie, mein soziales Netzwerk hier hätte und nicht so alt wäre, ich glaube ich würde Dich aufgeben. In Echt!  Manchmal habe ich einfach keine Lust mehr. Viele Freunde sind schon in den Brandenburgischen Speckgürtel gezogen – dort herrschen Ordnung und gute Finanzen – und sie fühlen sich  sauwohl dort. Für mich ist es zu spät – aber manchmal habe ich einfach keinen Bock mehr auf Dich Berlin –  In Echt – auch wenn Du eine irre Stadt bist!

Zu Ende??

Heute Morgen bin ich wie immer auf meinen Balkon gegangen,  um zu sehen, ob die Welt da draußen immer noch da ist ( Mit Trump und Kim-Jong-un kann man da nicht so sicher sein..) und alles war still – unwirklich still. Ja, auch in Berlin Mitte kann es still sein. Die Spatzen haben aufgehört zu zwitschern. Alles war gespenstisch still. Normalerweise zwitschern hunderte von Spatzen in den Bäumen. Jemand hat mir erzähl, dass wenn die Vögel aufhören zu singen, dann ist der Sommer bald zu Ende. Aber um zu Ende zu kommen muss es wohl vorher irgendwann angefangen haben, oder? Und von einigen schönen Tagen abgesehen – was ist aus diesem Sommer geworden? Jetzt stehe ich auf meinem Balkon und alles ist still… nur der Regen prasselt..

Bild Strawberries 949895-640 arnicaBackstrom.jpg

Von A nach B in Berlin..

1) Man kann zu Fuß laufen. Die Bürgersteige sind uneben (ist nur der Vorname…) und hier und dort hat  eine Platte ganz kess eine andere Stellung eingenommen. Reparieren? Forget it.. Ist nur sexy wie alles andere hier bei uns.  Löcher? Na und? Hast doch Augen im Kopf oder? Man muss klar Fokus auf den Boden haben. So nach rechts und links schauen? Nee, nach unten..

2) Man kann Rad fahren. Absolut lebensgefährlich! Es gibt Radfahrwege, die so schmal wie ein Küchenhandtuch sind aber auf denen die absolut lebensgefährlichen Kampfradler am liebsten überholen – Millimeter zwischen den Lenkern.. Manchmal hört der Radweg einfach auf aber das macht nichts – weiter auf dem Bürgersteig und die Fußgänger? Die nieten wir um.  Die Radwege sind ja auch etwas abenteuerlich – Berlin hat vielen Bäumen, wofür wir dankbar sind  und die lieben Bäume haben nun mal Wurzeln und wie kleine Maulwurfe bahnen sich die Wurzeln ihren Weg.

3) Man kann die U-Bahn nehmen. Eigentlich ein Segen und funktioniert meistens wenn nicht auf Kotti ein Drogenabhängiger den Notarzt braucht.  Die U-Bahn ist schnell, meistens sehr warm und voll – aber was will man mehr? Funktioniert doch!

4) Man kann die S-Bahn nehmen – wenn sie fährt. – aber man muss starke Nerven und es nicht eilig haben. Die Bahn funktioniert wann sie Lust hat: Ist es zu warm, zu kalt, zu nass, zu viel Schnee fährt sie nicht und – Bingo –  mal dazwischen. Wenn Du Glück hast kommt sie und verlass Dich darauf – sie ist brechend voll.

5) Man kann den Bus nehmen. Ist auch nicht lebensgefährlich, wenn Du zwei gesunde Arme hast, mit denen Du Dich irgendwo festklammern kann. Um die Langeweile zu unterbrechen habe ich das Gefühl, dass einige Fahrer testen, wie es auf dem Nürburgring wäre.. Im Sommer auch zum Abnehmen geeignet: in der Hitze schwitzt Du schon einige Pfund heraus. Die Schilder, dass sie eine Klimaanlage haben, sind Fake..

6) Man kann Auto fahren. Wenn Du über 70 bist solltest Du es lieber lassen. Oder Du hast Nerven aus Stahl. Als Autofahrer liegt man schon auf der Hupe wenn man hinten in der Warteschlange bei Rot steht. Es könnte ja sein, dass irgendein Döskopp da vorne nicht schnell genug ist. Also vorsichtshalber huuuuuupen.. Und die Sache mit roten Ampeln? Was ist denn das??

Okay und was lernen wir jetzt? Ich weiß es nicht , das Leben ist einfach lebensgefährlich..

  1. Um den Proteststurm zu bremsen: Es gibt auch neue Busse und U-Bahnwagedn..

Berlin…

Berlin, wenn ich das so sehe, weiss ich wirklich nicht ob ich Dich liebe.. Die Stümpfe sind ca. 20 m auseinander. Ich weiss, „kein Geld, kein Personal“ – das Mantra vom Grünflächenamt..

Dennoch Pfui!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Berlin, hierfür liebe ich Dich.. Mitten im Alltagskrach und -Stress – STOP – eine wunderbare Vivalidimusik. Das arme Stadtgeplagte Ohr geniesst…

 

Fliegenmörderin

Eigentlich bin eine ziemlich langweilige, ordentliche Person. Hab´s gerne etwas ordentlich um mich herum – meine Augen wollen Harmonie und nicht von einem Singel- Strumpf dort, Kekskrümel hier gestört werden. Obwohl ich hier mittemang in der Berliner Steinwüste lebe, habe ich erstaunlich viele Fliegen in meiner Wohnung. Nee, ich glaube (hoffe?)  unverschuldet, weil ich ziemlich – uncool – ordentlich bin. Die verdammte, fette fliege, die mich schon lange nervt, landet endlich majestätisch und ermattet vom Herumirren auf der Armlehne meines IKEA-Sofas. Hole die Fliegenklatsche – die allzeit bereit einen festen Platz hat, um für einen Mord  ständig einsatzbereit zu sein –  und SCHWOSCH schlage ich zu und habe sie GEKILLT. Aber ob der Schlag oder die riesige Staubwolke, die aus der Armlehne explodierte, die arme Fliege tötete, weiß ich nicht. Meine Güte, ich habe nie daran gedacht, die Armlehne staubzusaugen, so jetzt habe ich eine 6-jährige Staubansammlung entkontaminiert.

Sommer? Was ist denn das??

Wo zum Teufel ist der Sommer geblieben? Oder wo steckt er? Verlaufen etwa? Kein Navi? Der letzte Sommer war ja auch nicht der Hit gerade. Und jetzt ist schon JULI und abgesehen von einigen wenigen Tagen mit tropischer Berlin-Schweiss-Stöhn-Hitze – vergiss das ganze! Bitte, bitte lieber Sommer – komm doch bei mir vorbei.. Ich brauche Dich..

Was tue ich dann?

Was tue ich dann, wenn meine Schmerzmittel nicht mehr helfen? Wenn ich die ganze Schmerzmittelleiter nach oben – oder vielleicht eher nach unten Richtung Hölle – geklettert bin und wie eine welke Tulpe da liege? Dann wünsche ich Euch Politikern, die mir das Recht absprechen selbst über mein Leben zu bestimmen,  zur Hölle. Aber wer weiß – vielleicht gibt es eine Gerechtigkeit… Nicht dass ich irgendjemandem etwas schlechtes wünsche, aber…

 

Ich und Zoff mit der Polizei

Heute war große Demo. Die Gruppierung „Identitäre Bewegung. „ rief zur Demo auf. Sie sagen zwar, dass sie keine Neo-Nazis sind, aber sie sind eine Abzweigung davon. Sie haben auf ihren Fahnen geschrieben, dass die Ausländer deportiert werden sollen. Haben wir doch schon mal gehabt, oder? Sie waren viele, aber die Polizisten waren massenweise aus allen Bundesländern vertreten. Wir waren wenige.

Dass Sie auch in dem Kiez starten, in dem 70% der Bewohner Migrationshintergrund haben (war ich jetzt politisch korrekt?) ist ja auch schon eine Provokation. In den Fenstern schauten die Nachbarn erschrocken heraus, manche beteiligten sich an unserem Protestkonzert und wir schrien „Nazis raus“ so gut wir konnten.

Eigentlich war alles friedlich bis die Polizei plötzlich ihre Taktik änderte. Wir sollten weg, aber sowas von sofort und ganz weit weg! Ich hatte, wie einige anderen auch, mein Fahrrad dabei und dann, wenn alles so eng wird, geht es nicht so schnell. Die Polizisten hatten uns in ein Gatter getrieben und der Ausgang war sehr schmal, also dauerte es.

Die jungen Polizisten – die männlichen – waren gestresst. Okay, verstehe ich. a) Sie tragen eine schwere und in der Hitze unerträgliche Ausrüstung b) sie sind gestresst c) werden vielleicht auch nicht so gut bezahlt und würden lieber in der Laube grillen. Also waren sie sauer, weil die alte Tante mit dem Fahrrad nicht schnell genug verschwand. Der eine schob mich brutal von hinten an, ein anderer zog mich von vorne und ich hatte alle Mühe nicht hinzufallen. Eine junge Frau hat protestiert, weil sie es unerhört fand, wie man eine alte Rentnerin behandelt. Hat das sie imponiert? Nee, es wurde noch heftiger gezogen und geschoben.

Aber was mich noch wütender gemacht hat, war die Tatsache, dass wir, die „Normalos“ die protestierten, sehr brutal weggedrängt wurden, während die deportierungsfreudigen Berliner ordentlich gepampert wurden. Verdammt – warum kann ich nicht auch meine Meinung kund tun?!? Wenn ich jünger wäre, würde ich mich vielleicht dem schwarzen Block anschließen aber ich glaube, die nehmen keine Omas auf.. oder?

unteres Bild # 117910871 fotolia