Archiv des Autors: Cecilia Stickler

Alles Paletti..

Irgendwie ging dieser Spruch an der S-Bahn direkt in mein Herz hinein. Nur Blüten die verwelken tragen Früchte. Wenn man 75 geworden ist darf man schon über Verwelken nachdenken.. Und wenn man dann vielleicht Früchte hinterlässt – na dann ist alles paletti!

Glücksgefühle

Es ist, als würde ich noch etwas schweben, die ansonsten schwere Füße sind ganz leicht geworden – die Kleinkrämerei des Alltags erreicht mich nicht. Es ist lange her, dass ich dieses Glücksgefühl gespürt habe – ja, wann war das eigentlich? Wurde gerade 75 Jahre alt und beschloss, dass ein FEST AN DEM ICH DIE HAUPTPERSON BIN her muss! Egal ob mit Untergang oder nicht – der Untergang bezieht sich auf den Sparstrumpf – aber ich wollte ein FEST feiern und die Menschen um mich haben, die ich in meinem Herzen trage und die mich wärmen. Es wurde ein Fest und ein wunderbares solches! Es war so als würde ich mich in Zuneigung und Wärme frottieren – es war keiner da, den ich einladen musste, nein alle waren gewünscht und gewollt. Meine Kinder, Enkelkinder, meine Familie, Freunde. Große, Kleine, Junge, Alte in einer fröhlichen Mischung. Lachende Gesichter, Stimmen die zur Decke stiegen. Gesichteter, die ich lange nicht gesehen hatte, wir fanden einander wieder, auch die die ich oft sehe, aber nicht oft genug, die, die ich selten sehen aber „jetzt darf es nicht so lange wieder dauern bis wir uns sehen““. Am Abend ging es ab ins Clärchens Ballhaus mit den „Angereisten“ und mit Familie, Kindern und Enkelkindern. Beim Tanzen, auch mit meinen süßen Enkelinnen (der Junge verweigerte naturgemäß), einfach die Arme an die Decke strecken und laut mitsingen „I will survive“, was für mich inzwischen eine doppelte Bedeutung hat. Fiel danach glücklich in mein Bett, glücklich über meine Freunde, über meine wunderbare Familie und die Umarmung des Enkels und dachte, das Leben, ja das Leben ist doch wunderbar..

Hilfe das Internet hat meine Enkel lobotomiert!!

Habe eine Weile kein Kinder-Sitting gemacht und nun bekam ich die Ehre, einen Abend auf die Süßen aufzupassen, 9 und 11 Jahre alt. Wenn ich früher kam, haben sie schon in der Tür gerufen „Können wir nicht… spielen?“ und wenn es nicht Monopoly war, dann war es auch ok. Monopoly hat bei mir traumatische Schäden bewirkt. Die Restfamilie saß immer mit  fetten, Kapitalisten-Häusern auf Parkstraße und weiß ich was und ich saß dort mit einem elenden billigen Wasserwerk. Außerdem dauerte es Stuuuuunden.. Sitzt tief in mir.

Nun die Mutter, die das Computerspielen stark reduziert, verließ das Haus und Schwupps waren die Computer da. Wer bin ich, um mich erzieherisch einzumischen? Nee.. Ich weiß nicht wie viele IPads sie in dieser Familie haben, sehe sie überall herumliegen. Nun mit dem Herausholen der Computer verschwanden auch meine Enkelkinder. Meine Versuche „Können wir nicht mal Back-Gammon spielen?“ wurde überhaupt nicht zur Kenntnis genommen. Na gut dachte ich, dann schaue ich auch TV. Aber wie bei allen meinen Töchtern, hat man Netflix und um dieses Elend einzuschalten, braucht man wenigstens einen Master von der Technischen Hochschule und die habe ich nun mal nicht. Ich habe höchstens mal in der Mensa dort gegessen aber das reicht leider nicht. Meine Versuche an meine Enkelkinder vorzudringen, mit sowas wie „Könnt Ihr mir mal den TV einschalten damit ich nicht den ganzen Abend an die Wand starren muss?“ verschwanden zusammen mit den Süssen im Cyberhimmel und Cybersmog. Also starrte ich den ganze Abend an die Wand.

Und frag mich nicht, wie es mir gelungen ist, die Kinder von den Spielen zu trennen.. das wollt ihr nicht hören. Und bin im Beliebtheitsranking sicher tief abgestürzt..

Bild Strichfiguren.de/fotolia

Ärztliche Weitsicht – was ist das denn?

Wie Ihr wisst habe ich einige Maläsen mit meinem Herzen, die ja sogar dazu geführt haben, dass ich tot vom Stuhl gefallen bin, also für mich keine Kleinigkeiten. Okay, passiert nicht jeden Tag und laufe nicht mit einem Schild herum auf dem steht „Warnung! Habe dies und das“.

Nach Weihnachten bekam ich jetzt  meine dritte Blasenentzündung (ja ja, zähl ruhig nach: 3 Blasenentzündungen in 30 Tagen.. stöhn..) und nun bekam ich ein neues Antibiotikum, nachdem man nachgeschaut hat, welche Killerbakterien sich bei mir wieder heimelig gemacht haben. Es ist Freitagnachmittag (lerne: am Freitagnachmittag NIE einen Arzttermin machen!) und nächste Woche haben die Schulen Ferien und das heißt, dass alle Ärzte bis zum Mittleren Alters schon auf der Autobahn Richtung Skigebiete sitzen. Lese den kilometerlangen Beipackzettel und SIEHE DA! Wenn man „dies und das“ hat ist es GEFÄHRLICH, GEFÄHRLICH, GEFÄHRLICH! Versuche dennoch die Praxis anzurufen und höre der säuselnde AB „Bitte rufen Sie uns in einer Woche (bis dahin bin ich sicherlich schon dreimal gestorben) wieder an“.

In allen Werbungen heißt es „Fragen Sie Ihren Arzte oder Apotheker“ also rufe ich die Apotheke an. „Oh nein, solche schwierigen Fragen können sie wirklich nicht beantworten“. Was lernen sie dann in ihrem Studium außer Pillen zu drehen und Salben zu mischen?? Glücklicherweise hat die Tochter einen Freund der Kardiologe ist – er muss im Krankenhaus die Stellung halten – und er sagt, ok, versuche es. Du hast ja den ICD (das ist der in meiner Brust eingebauten Defibrillator, der mich wieder ins Leben zurücktreten soll) und am Montag lässt Du ein EKG machen, um zu sehen, ob Veränderungen sind. Ja wo denn? Alle sind doch verreist??

Ich frage mich nur jetzt warum der Facharzt nicht einen Überblick über den ganzen Patienten haben kann. Wäre irgendwie ein gutes Gefühl. Es ist nicht nur die „Blase-Stickler“, die durch die Tür hineinmarschiert, sondern auch „Dies-und-Jenes Stickler“. Warum soll ich, alte Tante, die eiserne Kontrolle haben, um zu überleben? Hä??

Bild Sara Berdon/Fotolia

PIN-Elend..

Bin noch so hirnverbrannt, dass ich ein Konto bei der anerkannt unflexiblen X-bank habe. Habe keine Lust alles zu ändern, also selber Schuld.. Habe zwei Überweisungen nach Schweden gemacht, aber sie sind nicht ausgeführt worden, liegen da so im Internet einfach faul rum.. Ich verstehe nix, also rufe ich – VERSUCHE ICH ES – die Bank an. Unter der Nummer der immerhin Geschäftskunden – Ha, meiner einer ist Geschäftskundin! – vier Möglichkeiten zur Auswahl aber bei keiner Auswahl versteckt sich ein lebender Mensch. Also drücke ich „Karten sperren“ weil ich denke, DA muss doch jemand zu Hause sein und siehe da! Erfahre dass ich– in meinem Fall – eine andere völlig unlogische Alternative hätte wählen müssen. Nun gut, die stark sächselnde (muss da leider immer etwas unfair kichern..) Dame möchte von mir mein Telepin haben. Herr gib mir Mäßigung – Telepin, was, welcher von den tausend Pins, die Frau inzwischen hat,  und vor allem WO ist das Ding? Habe ich nicht! Ich sage, dass es ja eine grundsätzliche Frage ist aber NJET. Ich soll in die Filiale gehen. Stöhn.. In der Filiale sind MitarbeiterInnen die zwar Devotionalien verkaufen aber auch nicht mehr (und außerdem brauche ich für die Auskunft sicher eine Abstammungskunde in 5 Generationen und Nachweis meiner Staatsbürgerschaft und sauberer demokratischen Gesinnung) und in dem kleinen Glaskasten der Bank, wo immer ein gelangweilter Mitarbeiter sitzt und an seinem Telefon spielt darf man nur antichambrieren, wenn man einen Termin hat. Dazu muss ich wahrscheinlich die Nummer da oben wieder anrufen (!!) und russisch Roulette mit den vier Alternativen spielen.  Vor lauter Verzweiflung versuche ich eine andere Nummer in einer ganz anderen Angelegenheit anzurufen: Wegen des erhöhten Aufkommens „Rufen Sie bitte später an“. Könnte es sein, dass ich plötzlich AAAAARGGGGGG schreie??

PS1. Nee, ist nicht so dass ich etwas ungeduldig bin.. oder?

PS2. Bin doch zu der Filiale gefahren und eine ältere Dame – wie lange arbeiten eigentlich einige Menschen? – half mir mürrisch auf bewährter berliner mürrischer Art zurecht (was sicherlich nicht als mürrisch gemeint war, iss halt Berlin..). Also muss ich jetzt wohl zu Canossa kriechen..

Illustration: Sophie Herken

Eine kleine bescheidene Frage von einer etwas aufmüpfigen Tante

Hat jemand von Euch sich schon darüber gewundert, dass die flüssigen Reinigungsmittel eine sooooo große Öffnung haben?  Fast 4 VIER cm!!!  Die Flüssigkeit ist leicht flüssig und würde wunderbar durch eine kleiner Öffnung passen und so läuft es ab: Man/Frau möchte vielleicht den Boden wischen, Bad sauber machen und möchte etwa XXX im Wasser haben und öffnet die Flasche und Schwupps –  ein Schluck rein. Und da schau her! Der halbe Inhalt ist schon im Eimer gelandet… Na sowas! Es könnte wohl doch nicht so sein, dass die Hersteller dies so kalkuliert haben? Nein, so bös können Menschen doch nicht sein? Oder?? Vor Jahren schrieb ich an eins der bekannten Unternehmen – das was mit X aufhört – und frug bescheiden nach dem Grund der großen Öffnung aber klar – eine Antwort bekam die aufmüpfige Tante nicht..

Warum?

Heute auf dem „Leopold“ in Wedding. Wirklich nicht die feinste Ecke, aber dennoch.. es leben auch hier Menschen. Dort spürte ich eine ganz große Beklemmung – und das passiert mir in letzter Zeit häufiger – ein Betonblock legt sich auf meine Brust nieder. Fast überall liegen/sitzen Menschen – ja Menschen! – jetzt auf dem Bürgersteig draußen. Meistens liegen sie auf einer kleinen elenden Pappscheibe, um die schlimmste Kälte etwas abzuwenden und manchmal liegen sie auch direkt auf dem Asphalt. Heute auf dem Leopold: eine Frau – mittelalt – verrichtet in einer Ecke stehend ihre ganze Notdurft. Keiner schaut – höchstens weg – keine Reaktion. Die Oberlippe ist eingefallen. Heißt = kein Geld = keine Zähne. Wir sehen und schauen weg..

Und die da draußen sind nicht alle Osteuropäer – als ob gerade diese Menschen nichts mehr wert wären. Erinnere mich an frühere Bilder aus Indien. Die Armut dort war irgendwie utopisch – und Gott sei Dank ganz, ganz weit weg.. Jetzt ist sie nicht mehr utopisch und nicht mehr ganz, ganz weit weg.. So lange wie im Winter an jeder Ecke ein Mensch auf einer elenden Pappscheibe schläft, sind wir – in diesem reichen Land – nicht ein Stück besser. Warum finden wir das fast „normal“ und sind der Meinung, dass uns das nichts angeht – außer hin und wieder etwas Kleingeld geben? Ich weiß selbst nicht wie ich mich verhalten soll und habe Angst davor, abzustumpfen. Wann ist was in deren Leben passiert? Gleichzeitig bin ich unendlich dankbar dafür, dass das Leben mir – bis jetzt jedenfalls – dieses Elend erspart hat..

Bild 190749670 Fotolia srdjan

Grüße aus Berlin

Wie löst man in Berlin das Problem wenn die Regenrinne etwas zu kurz geraten ist? Ooch, ganz einfach, man verlängert einfach etwas mit einem im Wind tanzenden Plastikschlauch und wenn es in Strömen regnet – pah, da wird der Fussgänger darunter aber klatschnaß… Und wenn kümmert es in Berlin? Keinen… Es hängt schon eine ganze Weile dort so.. Eben Berlin.. (mach mich aber auch manchmal irre..)

 

 

 

Und manchmal schneit es ja doch auch etwas in Berlin und in 0,nix haben die Nachbarskinder diesen kleinen Schneemann  (ca 20 cm hoch) zusammengedreht. Er sackt schon etwas müde in sich zusammen aber ich sag´s ja immer: Nicht der Sieg zählt, sondern die Teilnahme!

Blind Date mit 2019

Wie hoch steigt man in der Beliebtheitsskala in der Nachbarschaft, wenn man am Neujahrsmorgen um 5.45 Uhr eine Serie Raketen abschießt? Frau frägt sich nur. Mir isses ja egal, ich war – wie immer – schon auf, aber für alle diejenigen, die die ganze Nacht gefeiert haben und  champagnerbetrunken, einander Neujahrsversprechen (die von sehr kurzer Haltbarkeit sind – Erfahrungsbericht..) abgegeben haben und jetzt süß schlummern?  Lieber antizyklischer Raketenschießer – manchmal wird man nicht beliebt wenn man Individualist ist. Aber meinen lieben Lesern sage ich: Ich wünsche Euch ein gutes neues 2019. Ich finde so einen Blind Date mit einem neuen, unbekannten Jahr etwas furchterregend, aber nee, es WIRD schon gut werden! Still going strong..

Klopapier

Wann hat man eigentlich damit aufgehört, das Klopapier ordentlich zu perforieren? Ok, ich rede hier von Normalpapier, nicht von der Luxusausführung mit Kaschmir, Daunen und 10 fluffigen Schichten.. Es war eine so wunderbare Erfindung – jetzt ist das Papier irgendwie nerver ending geworden. Sitze auf dem kleinen Klo – wenn es überhaupt so sauber ist dass Frau sich hinsetzen kann – und drehe den Arm nach hinten – warum sind eigenglich diese Megapapierbehälter so seltsam weit hinten angebracht? – und versuche verzweifelt einen Anfang zu finden. Irgendwie schweben mir viele Tesafilmrollen in meinem armen verschwitzten Gehirn vor, bei denen man ewig den Anfang nie richtig findet und nie ein anständiges Stück Tesa bekommt – finde ein Eckchen und ziehe – und ziehe und ziehe. Um das Elend zu stoppen mache ich einen HAU-Ruuuuck und habe ein langes, schmales, elendes Stück Papier in der Hand. Was soll ich denn damit?? Bitte – perforieren Sie bitte das Klopapier richtig wieder – auch das billige und unfluffige..

Prinzipien

Eine mir sehr nahe stehende Person hat Prinzipien – und sehr feste solche. Ich fragte sie wie es ihrem Bekannten geht und bekomme eine zischende, wütende Antwort „Weiß ich nicht – bin SAUER auf X!“. Voller Empathie erkundige ich mich um den Krisengrund und bekomme diesmal die Antwort: „Weiß ich doch  nicht mehr, habe ich vergessen – aber bin auf ihn SAUER!!“: Gut wenn man prinzipienfest ist..

Bild PhyZick, Fotolia

Zuckerschock?

Habe ein süßes Andenken an gestern. Meine Computermaus ist äußerst zuckrig und klebrig. Wir, d.h. schon eher die Enkelkinder – ich kann mich beherrschen – , bauten und dekorierten gestern Pfefferkuchenhäuser und nachdem Richtfest gefeiert war (die Häuser brachen Gott sei Dank nicht zusammen) und Hänsel und Gretel und Hexe positioniert waren, was macht man dann wenn man so 8-10 Jahre alt ist und endlich totale Freiheit an dem Rechner der Großmutter hat? Man spielt Computerspiele und dazu wird bei mir nun mal die Maus benutzt und nun ist die Maus sehr k l e b r i g. Aber was macht das?

Nicht nur die Maus ist klebrig – ich wohne auf 55 m2 und habe eine kleine Küche (Schwedisches Märchen: Die kleine Oma wohnte in einem kleinen, kleinen Haus, in dem kleinen, kleinen Raum, in der kleinen, kleinen Küche.. und wenn sie nicht gestorben sind dann leben sie noch heute..) und es soll ja auch gemütlich sein beim Basteln. Also saßen wir an meinem allerliebsten Biedermeiertisch – ich hatte versucht die Speisezimmermöbel (Ho-ho Speisezimmer! Once upon a time!) etwas zu überdecken – und so saßen wir an dem allerliebsten Biedermeiertisch und klebten und bauten, klebten und ließen es schneien – alles mit dem Puderzuckerklebzeug. Die Dächer wurden in Silberkugeln getränkt, der Boden wurden weiß gemacht, über alles schneiten und regneten bunte Perlen, Perlchen auf das Haus, Perlchen auf den Garten, eine Faust Perlchen in den Mund – autsch, daneben, auf den Boden.. Aber was macht das?

Und wie gelang es mir danach, die spielwütenden kleinen Menschen von meinem Rechner zu locken? Glaub´s ob Du willst – ich versuchte ihnen zu zeigen, wie man häkelt und verschwitzte und verklebte kleine Finger kämpften danach mit Nadel und Garn. Völlig eschauffiert zeigten sie dann dem abholenden Vater stolz ihre Werke, der verzweifelt versuchte, zu verstehen, was es darstellen sollte. Sowas Altmodisches konnte gegen Computerspiele punkten!

Bild Sophie Herken

Was tun wenn das Gehirn schlapp macht?

Obwohl mein Gehirn wohl nicht gerade Frischware ist – immerhin hat es ja im letzten Jahr geschafft, 12 Minuten außer Gefecht zu sein – so arbeite ich immer noch als Übersetzerin. Teils macht es Spaß –man lernt sehr viel Spannendes kennen– und Teils ist es eine kleine, nette  Goldkante für meine kleine Rente. Gerade habe ich eine Übersetzung über Sextoys in allen Farben und Ausführungen. WOW was es alles gibt! Aber auch wenn es lustig ist, ist es manchmal anstrengend für so ein altes und verschlissenes Gehirn und dann brauche ich einen Break, wie man so heute wohl sagt. Was ich dann tue? Nee, kein OOOOMMMM, auch kein Halbmond oder Pflug (hier sagt mein altes Gerüst NJET!)  sondern Staubsauger raus und dann fege ich über meine wenig spatiösen 55 qm los und dann? Ja, dann iss´ es jut und das Gehirn könnte wieder funktionieren und manchmal tut es das sogar..

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Berliner U-Bahn

So sieht es bei uns in Berlin aus. Die U-Bahn kommt (wenn man Glück hat..). Rappeldickevoll drinnen, rappeldickevoll draußen und die, die sich auskennen wissen, dass  der Fahrer aller höchstens fünf Sekunden für den Aufenthalt einplant. Er schließt die Türen unbarmherzig,  egal ob Du gerade dazwischen, draußen oder drinnen bist. Was zählt sind die sportlichen fünf Sekunden.  Und es tut weh, wenn sie zuknallen… Autsch!  Es hilft nicht, dass die Lautsprecher brüllen:  Z-U-R-Ü-C-K-B-L-E-I-B-E-N! Die Idee, ein Auge in den Rückspiegel zu werfen – vergiss es. Könnte ja als Service ausgelegt werden, und das ist in Berlin strengstens VERBOTEN!  PÄNG sind die Türen dann zu. Wenn ich eine Gruppe allerliebster kleinen Menschen in quietschgelben Westen – in einer perfekten 2-er-Reihe –Hand an Hand –  sehe, bekomme ich Schweißausbrüche vor Angst, dass die Hälfte dieser kleinen entzückenden Wesen – wie Hänsel und Gretel im Wald – auf dem Bahnsteig übrig bleibt und ein U-Bahn-Trauma bekommt..

Jedenfalls die Tür geht nun auf und die Masse möchte gerne nach draußen quellen aber es geht leider nicht – davor steht eine Betonwand aus Menschen. Direkt davor, und sie weichen nicht einen Millimeter zur Seite. NEE, wo kommen wir dahin?! Und was lernen wir daraus? Chaos, Stress Gedränge, WEG DA!!. Wie wäre es mit entweder einfach zur Seite gehen und erst die Leute aussteigen lassen oder einfach rechts einsteigen und rechts aussteigen? Aber das ist für Berlin wohl zu kompliziert. So just dream about it und drängele einfach weiter. Noch funktionieren meine Ellbogen.

PS. Die nächste Bahn kommt meistens in drei Minuten, aber … Neues Los, neues Glück?

Demut…

In Schweden sind diese Bilder nichts Besonderes. Die Defibrillatoren sind so gut wie überall – intakt – vorhanden. Und sie dürfen dort hängen bleiben, werden nicht geklaut oder  „Just for fun“ zerstört. Nachdem mein Herz beschlossen hatte, einfach aufhören zu schlagen, wurde ich von einem solchen Gerät – das dort unzerstört hängen durfte – und von wunderbaren Menschen ins Leben zurückgeholt. Jetzt gehe ich mit Andacht und tiefer Dankbarkeit an diesen Geräten vorbei. Der Gedanke daran, wie nah mein Gehirn an einer totalen Zerstörung war, und dass man mein Herz nach 12 Minuten davon überzeugen konnte, doch etwas weiterzuschlagen – das berührt mich zutiefst und macht mich demütig, weil ich weiterleben durfte.

Hier bei uns muss man leider lange nach einem solchen Gerät suchen – hier hätte mein Leben ein endgültiges Ende gehabt..