Berlinstress

Mann, hört doch endlich auf, an den Kassen so zu hetzen! Heute in einem Supermarkt fand ich eine Seelenverwandte, die am Ende der Kasse stand und vor sich hin schimpfte. Sie schimpfte, weil man ja nicht alles gleichzeitig machen kann, zahlen, einpacken und sich wegbeamen lassen. Wir waren uns rührend einig, dass das ein Elend ist.

Wenn ich zur Kasse marschiere, bin ich in Hab-Acht-Stellung Alarm-Stufe ROT! Habe schon meinen Geldbeutel aus der Handtasche rausgefriemelt, schnelle Kontrolle wie die Wechselsituation aussieht (kann ja nicht immer mit einem 50 €-Schein zahlen, irgendwann ertrinke ich in und mit Münzen), habe meine Waren brav aufgereiht und habe noch dazu eine elende Pay-Back-Karte, die abgelesen werden muss und die ich an dem Ablesegerät prinzipiell falsch halte (nee nicht absichtlich..), dann zahlen, wachsames Auge auf die Waren, die schon runtergerollt sind, böses Auge auf den Nachfolger, zahlen, einpacken, Geldbeutel in die Handtasche stecken und diese auch noch zumachen – wenn man schon ausgeraubt wurde, hat man leichte Paranoia – dann mit Affentempo die Waren retten, einpacken und sich verdünnisieren. Jubel in der Warteschlange! Endlich ist die olle weg!

Und dann gibt es Tage an denen ich im Trotzalter und extra langsam bin. Nee, eigentlich bin ich nicht extra langsam sondern einfach NORMAL und kichere innerlich über die Irritation über die olle Rentnerin die ihre Sachen nicht endlich einfach nimmt und VERSCHWINDET! Wenn man könnte, würde man mich SOFORT wegbeamen. Jubel in der Warteschlange! Aber mit meinen neuen Happy-Pills sage ich nur „Who Cares?“. Liebe Berliner – stresst Euch doch nicht zu Tode!

Bild Tommaso Lizzul fotolia

4 Gedanken zu „Berlinstress

  1. Heidi Schiemann

    oh, liebste Cecilia, du sprichst mir aus der Seele!!!
    Ich bereite mich genau wie du auf meinen Auftritt an der Kasse vor, mit dem Haufen evtl. einsetzbaren Wechselgeld schon in der Hand, die ich dann der Kassiererin hinhalte zum selber raussuchen, sie kann das schneller . Aber neulich ist eine dabei so in Stress geraten, dass sie alles verbockt hat. Dann musste ich ihr helfen und es dauerte —- hi hi —-
    Du hast ja so recht — who cares —
    Ich drück dich und hoffe, es tut nicht weh
    liebe Grüße Heidi

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  2. manfred wolff

    liebe cecilia, gegen das ertrinken in münzen habe ich eine gute strategie entwickelt:
    immer wenn ich das haus verlasse, räume ich erstmal die kleinen münzen von der börse in die hosen- oder manteltasche – so habe ich immer was parat, wenn mir ein bettler über den weg läuft.

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    1. Cecilia Stickler Beitragsautor

      Lieber Manfred, ich dachte die Bettler husten mir was, wenn ich nur die kleinen Münzen gebe und eigentlich – wenn man in Deutschland das System mit den kleinen hässlichen brauen Münzen hat, dann muss doch das Leben so sein, dass man damit bezahlen kann – ohne gelyncht zu werden..

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