Bin in Frankreich gewesen och säger o la, la..

mariashusDachte immer, dass wir Schweden schon ziemlich höflich und nett sind, aber pah, kommt erstmals nach Frankreich. Okey, war nicht in Paris, dort mag es anders sein.

Ich pfeife jetzt auf die Gendergeschichte – ich genieße es, wenn ein Mann mir die Tür aufhält und anlächelt. Ich bin verunsichert, weil ältere Männer mich anschauen. Denke, oh, habe ich einen Pickel auf der Nase? Nein, sie schauen einfach und lächeln mich leicht frivol an. Herr ist das wieder sensationell – wie viele Jahre her ist es, dass ich das Gefühl hatte, dass man mich in Berlin sieht? Wech´ da Omma!

guldstolMann oder Frau, jung oder alt, ist freundlich und sogar die Augen lächeln auch mit. Bonjour Madame, Merci Madame, Pardon Madame, Ca va bien Madame?. Himmlische Töne. Ich nehme mir vor, diese Freundlichkeit in Berlin zu behalten. Schon im Bus 171 auf dem Heimweg  von Flughafen Schönefeld war nix mehr davon übrig. Saß genauso griesgrämig wie die anderen da..

Man ist als Autofahrer auch entspannt. Auto hält, der Nachbar tritt an das Auto und man plauscht durch die Scheibe etwas, dahinter bildet sich eine kleine Schlange. Hupen? Fehlanzeige – man wartet und dann fahren alle weiter. Hier in Berlin hupt man ja schon prophylaktisch – könnte ja an der Kreuzung etwas dauern, als voll auf die Tröte!

Und dann zuletzt muss ich an der deutschen Tugend Organisation etwas rütteln. Sorry! Wenn ich an den Abflugbereich vom Billigflieger easyjet in Lyon denke, dann muss ich still weinen – diese Organisation! Deutsche Tugend – kannst Dich niederlegen!

Ja, ja, mach doch ´rüber wenn´s Dir nicht gefällt.. Ich höre es schon..

luta

6 Gedanken zu „Bin in Frankreich gewesen och säger o la, la..

  1. Nina

    Liebe Cecilia,
    ich bin immer völlig konsterniert, wenn ich irgendwo lese oder höre, dass die Leute in Berlin mürrisch oder stoffelig und ungeduldig seien…. Ich empfinde Berlin wann immer ich dort bin, als wahre Erholung gegenüber dem Schwabenland. Hier hupt dich jeder sofort an, wenn du nicht in der ersten Sekunde nachdem die Ampel auf grün geschaltet hat, losfährst. Flott natürlich, sonst kommt ein zweiter Huper. Bäckerei oder Restaurant, in Berlin finde ich es super offen und sympathisch, im Schwabenland ist es wirklich VIEL verschlossener und unhöflicher, in allen Bereichen. Also da hast du mit Berlin trotz allem wirklich Glück. 😉
    Liebe Grüße Nina

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    1. Cecilia Stickler Beitragsautor

      Oh Nina – ist das wahr? Du zerstörst mein Bild von den gemütlichen Schwaben, die immer gut essen, sparsam und höflich sind. Also gut – ich werde versuchen mit den Berlinern gnädig zu sein, aber wenn ich aus meinem einfachen kleinen Rentnerleben ein Rating machen sollte: Freundlichkeit Platz 1: Vichy i Frankreich Platz 2: Stockholm Platz 3: Berlin. Ist schon klar, in Berlin KAN man sehr höflich sein – aber da muss man sich schon im oberen Geldsektor bewegen (tue ich nicht..). Also bei Rewe, wo ich gerade war, wurde ich von der Dame an der Kasse angeschnauzt, weil ich den Trennbalken (Du weißt, dort wo eigentlich die Waren laden sollten) bewegt hatte. Zack!!!!

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  2. Nina

    Ja, das ist wirklich so. Die Region um Stuttgart ist sehr stoffelig im Umgang miteinander, die Menschen sind eher unzugänglich und abweisend. Alles ist ziemlich aggressiv. Es stimmt, dass der Umgang in Frankreich höflicher ist. Ich denke das kommt schon durch die Sprache. Man hängt im Französischen ja fast immer ein Madame oder Monsieur hintendran, z.B. Merci Madame. Im Deutschen würde man sich mit einem Danke begnügen.
    Wie es im Schwedischen ist, weiß ich nicht, ich habe erst einmal in der Nähe von Malmö Urlaub gemacht und der ist mir in guter Erinnerung, weil es so schön ruhig und erholsam war.
    Natürlich passiert es mir auch, dass ich an der Kasse angeschnauzt werde, weil ich (was mir oft passiert) die gekauften Sachen nicht schnell genug einpacke und der nächste schon drängelt…. Ich kann dich sehr gut verstehen, das verdirbt einem schnell mal die Laune…

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    1. Cecilia Stickler Beitragsautor

      Ja das mit Madame und Monsieur und so macht viel aus. Ich habe mal für einen Chef gearbeitet, der mich beim Bewerbungsgespräch mit „Gnädige Frau“ ansprach und ich beschloss, für so einen höflichen Menschen möchte ich arbeiten – und das war auch gut so. Ok – alle junge Frauen werden sich jetzt bei dem Gedanken schütteln, aber ich mag es. Und einmal arbeitete ich für einen feinen österreichischen alten Herrn, der immer mit „Küss die Hand gn´ädige Frau“ begann. Ich habe es geliebt! Ich müsste mal probieren wie es wäre wenn ich jetzt immer „Danke meine Dame, danke mein Herr“ sagen würde.. Ich glaube mit gnädige Frau kann ich heute keine Punkte mehr machen.. Und das Elend an der Kasse – ach Nina, darüber können wir stundenlang schreiben. Ich kriege immer Trotzattacken und mache manchmal extra langsam – aber völlig sinnlos..

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