Archiv der Kategorie: Allgemein

Als das Meer verstummte..

IMG_3853

Hatte endlich meinen so ersehnten Urlaub (darf man als Rentnerin überhaupt Urlaub haben? Man hat doch immer Urlaub  – denken viele.. HA! Weit gefehlt!) auf Mallorca. Das Hotel lag genau am Strand (keine vierspurige Autobahn zwischen uns und dem Meer..) und das Zimmer war „mit Meeresblick“. Mal muss Frau auch Glück haben, und nicht das Zimmer zum Parkplatz bekommen.. Schon der Gedanke daran, dass ich zu dem sanften Wellenschlag einschlafen dürfte, machte mich glücklich. Zeit ins Bett zu gehen – die Hörgeräte raus – und sank sanft in die so herrlich gestärkte Hotelwäsche und das wunderbare weiche Kissen nieder, Balkontür weit offen und NUN – NUN wollte ich endlich Meeresgeräusche genießen. Und was war? Todesstille! Machte zum ersten Mal eine weitere bittere Erfahrung: Ohne Hörgeräte = kein sanfter Wellenschlag…. War wie in einem Film, in dem man vergessen hat, den Ton anzumachen. Wellenschlag nach Wellenschlag und alles ganz, ganz still…

 

 

Auf der Zug-Toilette KEINEN Sex haben wollen

Früher stand es ja auf jedem Bucket List, im Flugzeug/Zug-WC Sex zu haben. Ich habe es wohl nicht so ganz nachvollziehen können – aber ich habe es ja auch verpasst und kann mich wohl dazu nicht äußern. Ich finde, dass diese kleinen, elenden, stinkenden Klos meistens ziemlich ekelig sind. Aber ich bin vielleicht auch etwas pingelig. Okay, in meinem Alter ist Sex im Zug-Klo auch keine Option, aber ich hatte andere rentnerangepasste Abenteuer dort.

War mal endlich wieder mit dem Flugzeug unterwegs und mit den vielen, elenden Maläsen, die ich mir angesammelt habe,  muss ich beim Flug unbedingt Stützstrümpfe tragen – ganz furchtbar lange solche, nicht solche kleine Bagatelle wie Kniestrümpfe- nee, bis ganz, ganz oben. Die klugen Götter in Weiß haben mich ermahnt, diese NIEMALS zu vergessen – wenn ich den Flug überleben möchte. Naja, und das möchte ich ja doch..  Und damit man diese Häßlichkeiten nicht sehen sollte, zog ich eine lange Hose darüber. EINE TOTAL FALSCHE ENTSCHEIDUNG!

Wieder auf Mutter Erde gelandet, saß ich dann einige Stunden in einem österreichischen Zug und es juckte und juckte und am Ende dachte ich, nee, Schluss damit, hält kein Mensch aus und ging auf die Toilette. Zirka 1 (ein) Quadratmeter groß, inklusive Klositz und Waschbecken. Es fehlte nur eine Liane mit der ich mich durch die Lüfte hätte schwingen können. Dort stand ich jetzt auf einem Bein balancierend (was in meinem Alter auch so eine Glanzleistung ist..)  und versuchte erst aus dem einen Hosenbein zu kommen. In den Bergen geht es nach rechts und links und dementsprechend wackelte die Angelegenheit. Aus dem einen Hosenbein raus hieß es jetzt, bloß nicht das Hosenbein auf den Boden fallen lassen – der sah auch nicht so verlockend aus, genau so wenig wie der Klodeckel auf dem ich mich nicht setzen wollte. Bin doch etwas pingelig.. Endlich war ich aus dem Hosenbein raus, jetzt  ran an den Strumpf. Und meine Leidensgenossen und Genossinnen wissen, dass diese wie angesaugt und angegossen sitzen und höchst ungerne ihr Bein loslassen. An Bein ausstrecken war nicht zu denken, gleichzeitig das Hosenbein sichern, ziehen und PLOPP war der Strumpf doch irgendwann mal locker. Jetzt die gleiche Prozedur auf der anderen Seite!

Schweißgebadet verließ eine glückliche und stützstrumpfbefreite Rentnerin die Zugtoilette… Das nächste Mal ziehe ich einen Rock an und versuche die Sache diskret unter dem Tisch zu erledigen..

Bild mathiasener/fotolia

Nicht mein Tag heute..

Versuche mein Postbank Online-Banking aufzumachen und verdammt noch mal, sie haben alles geändert und verlangen nach einer Bank-ID! Was ist denn nun eine Bank-ID?? Ich rufe dort an und nur weil ich auch ein Businesskonto habe (Tja, was ich nicht alles habe! Die anderen Sterblichen dürfen bis Montag warten..) darf ich überhaupt mit einem lebenden Menschen dort sprechen und höre, dass man „mir schon mehrere Mitteilungen hierüber geschickt habe“ und ich habe sie natürlich nicht gelesen und nun habe ich den Salat. Selber schuld! Nun beantrage in Windeseile ich eine Bank-ID und laut dem freundlichen Herrn, mit einem herrlichen Sachsendialekt, könnte ich diese vielleeeiiicht in einer Woche bekommen! EINE WOCHE! Ich muss demnächst einige „Transaktionen“ (das hört sich mehr an als es ist, aber ich möchte auch mal etwas angeben) u.a. muss ich meine Steuern zahlen. Und man stelle sich vor – als Rettung darf man noch bei der Post antichambrieren und gegen eine Wegelagerer Gebühr das Geld mit der altmodischen Überweisung tätigen. Ob das alles klappt…

Ist nicht mein Tag heute! Und morgen? Bei der Post anstehen… Siehe das Bild oben von dem täglichen Wahnsinn eines Postamtes in Berlin…

Ommsen und Handys

Mein Volumen in meinem Handy war irgendwie alle – irgendwie so wird es wohl  wie Volumen genannt. Man kriegt eine Mittteilung, „dass Du zu viele…bla-bla-bla benutzt hast“ und „dass jetzt Extrakosten entstehen“. Also ganz mutig zu Telekom rein, um die Angelegenheit mal durchzudiskutieren. (Mann, bin ich blöd, weil ich glaube, dass ich das stemme! Obwohl ich wirklich nicht ganz computer-blöd bin..) Der junge Mann schaut mich an als wäre ich das 8 Weltwunder „Sie haben ja nur 1 weiß-ich-was!! Alle Menschen haben heute mindestens 4!!“. Ok, dachte ich, lass uns up-daten! Schwupps wird in den Tasten gehämmert und dann liegt ein Papier auf dem Tresen, in dem steht, dass ich meinen Vertrag um 24 Monate verlängere. Jetzt höre ich sämtliche Alarmglocken wie bekloppt läuten – GEFÄHRLICH! WAS UNTERSCHREIBST DU DA?? Ich mache mindestens drei Ansätze – Konzentration jetzt Cecilia!! – und bitte um eine Erklärung und er wird immer ungemütlicher im Ton und als ich ihm verkünde dass „Nee, die Omma unterschreibt nix, bitte alles rückgängig machen“ war er glaube ich kurz davor mich zu erwürgen. Und als ich fröhlich hinausging und sagte „ich komme wieder!“ (nachdem ich meinen geduldigen und wissenden Schwiegersohn konsultiert habe) hörte ich nur ein leises Murmeln und es war sicherlich nicht „Aber gerne..“

Kein Vertrauen in den eigenen Körper

Lieber alter Körper, wir sind jetzt bald 75 Jahre „Kumpels“ (oder vielleicht eher Leidensgenossen?) und von einigen Schwach- und Schreckmomenten, bei denen ich vor Angst Schluckauf bekommen habe, haben wir uns irgendwie doch immer zusammengerauft (bleibt uns beiden ja auch nix anders übrig..). Aber jetzt nach meinem Herzstillstand und nachdem ich die Erfahrung Sterben machen durfte habe ich irgendwie nicht mehr so das volle Vertrauen zu Dir. Du benimmst Dich seltsam und ich weiß nicht so genau wo ich die habe. (Nee, weiß, das weiß keiner..) Und diese kleine Maschine, die man implantiert hat, verleiht ja keine Kuschelgefühle grad. Bald werde ich alleine eine Flugreise machen – zum ersten Mal nach dem D-Day und ich weiß nicht, warum ich so viel Unruhe verspüre. Aber lieber alter Körper –reiß Dich jetzt zusammen und benimm Dich anständig! Versprochen?

Bild mathiasener/fotolia

A must to have??

A Must to have??

Sehe in der Zeitung, dass man das ”Anti-Falten-Geheimnis verführerischer Dekollte´s“  für sage und schreibe EUR 49,95 kaufen kann! Das muss es Frau ja wert sein, oder? Das kleine Kissen, das man sich vor dem Schlafen zwischen den Brüsten anschnallt, verhindert, dass die Brüste in der Seitenlage verrutschen. Kein „Schlafknittern“ im Dekolleté mehr. Gott sei Dank – endlich ist die Welt vor diesem Elend gerettet!

Da ich sicher die Abbildung des Wundermittels sicher nicht veröffentlichen darf – hier PhyZick./fotolia statt dessen..

Schraubverschlüsse und andere Hürden…

Ihr die mich kennt, wisst, dass ich eigentlich – oder nur ein bisschen … – nicht fishing for compliments bin, wenn ich über das Älterwerden etwas jammere. Ich finde, dass ich den Verfall, die Falten und die seltsam gewordenen Oberarme recht stoisch nehme, und da ich nicht mehr „auf dem Markt“ draußen bin, so what mit meinen Falten( ätsch, haben alle meine Freundinnen auch..). Aber okey, wenn ich die jungen Mädchen (und Jane Fonda – mit 80!!!) mit zarter und faltenfreier Pfirsichhaut sehe,  denke ich, warum um Himmels Willen hab ich das damals, als sogar ich mal faltenfrei war, nicht geschätzt?

Okey, ich habe festgestellt, dass Deckeln und Verschlüsse ein Problem geworden sind. Habe zwar so ein wunderbares praktisches Wunderding angeschafft, mit dem man sogar den steinharten Sektkorken aufkriegt – nix ist so frustrierend wie da mit der geschlossenen Flasche zu sitzen, wenn man sich auf den Aperol Spritz so gefreut hat… Jetzt habe ich festgestellt, dass der Duschschaum auch eine Hürde geworden ist. Ich habe nicht die Kraft, den „Knopf“ mit einer Hand einfach zu drücken, sondern muss alles ablegen und beide Hände dazu nehmen. Ach, ach, ach.. Wenn ich unterwegs bin und die kleine Wasserflasche kaufe, gebe ich, da ich mein Wundergerät natürlich nicht dabei habe,  sie gleich dem reizenden jungen Mann/der reizenden jungen Frau, der/die sie mir verkauft hat, lächele milde tantig und sage „Ach junger Mann/junge Frau, könnten Sie bitte…?“ und vielleicht  bekommt die kleine Oma sogar ein freundliches Tätscheln auf den Kopf..

Vergänglichkeit?

Wir sind fünf Weibs zwischen 70 und 80 auf dem Insel Valentinswerder. Der Sommertag ist unwirklich göttlich, es duftet Linde und eine leichte Brise weht von dem See. Wir sitzen im Schatten und quatschen und lachen. Tratschen so ein bisschen hin und her, wie Frau es so macht, wenn Frau zusammenkommt bis die Frage gestellt wird „Wo möchtest Du beerdigt werden?“. Sofort entsteht eine lebhafte Diskussion über Vor- und Nachteile mit Grabstätten in der Fremde oder in der Heimat und fast alle haben ein Familiengrab, in das sie später reinfallen können. Nächste Frage „Und möchtest Du eine Urne werden?“ lösen auch praktische Bedenken aus. Ja, man kann ja den Sarg nicht im Auto nach Schweden transportieren und wie ist es, darf man die Urne mit ins Flugzeug nehmen überhaupt? Wir lachen und kichern über die wahnsinnige und  Diskussion und gleichzeitig spüre ich persönlich ein Stimme leise hinter meinem Rücken flüstern „Das letzte Mal bist Du noch davon gekommen, aber vielleicht bist Du bald wieder dran..“. Und von dem See kommt die sanfte Brise, die Linden duften und fünf fröhliche 70+Weiber lachen und gönnen sich noch ein Glas Sekt und stoßen auf das Leben an, das wir alle so lieben und das so schnell verrinnt!

Bilder # 72871878 Häßler und 51716925 aleciccotelli Fotolia

Herrlich kriminell..

Sitze im ICE Berlin –Frankfurt Main. Genau vor meinem kleinen Abteil  (ich hasse aber eigentlich Abteile, habe immer Angst davor, dass das stinkende Reise-Ei ausgepackt wird, nachdem meistens eine ältere Dame das kleine Tüchlein auf dem Schoß ausgebreitet hat) hängen  brav 4 Müllbehälter, ein für Papier, ein für Abfall, ein für Flaschen, ein für Verpackungen.

Ordentliche Mitreisende sortieren brav ihren Müll. Nach einer Weile kommt ein Bahnarbeiter mit einem großen orangefarbenen Plastiksack und was macht er wohl? Startet bei Müllbehälter Nummer 1 und arbeitet sich vor bis Müllbehälter Nummer 4 und SCHWUPS – ALLES rein in den orangen Plastiksack. Gehe genussvoll hin und werfe Papiermüll in den Verpackungsbehälter und fühle mich sehr herrlich kriminell!!

Heimwehalarm..

Heute gab es höchste Alarmstufe im Heimwehherzen. Es tat richtig, richtig weh und die Tränendrüsen wurden vom Gehirn ständig aufgefordert „Anfangen, Wasser marsch!“.

War zum ersten Mal in meinem 74-jährigen Leben in einem Sommergottesdienst, der in der Natur und vor dem Sonnenaufgang stattfinden soll, s.g. „Kuckucksmesse“. (Wir haben etwas geschummelt, die Sonne war schon da und den Kuckuck, den wir gehört haben, war wohl nicht ganz so echt..). Mitten in Berlin, mittemang. Bin in Stockholm, mitten in der Stadt, aufgewachsen und da isses nicht so doll mit der Natur, denn die braucht man unbedingt zu dieser Kuckucksmesse. Ach ja, wir Schweden haben schon seltsame Dinge.. Da saßen wir nun alle in dem wunderbaren Garten der schwedischen Gemeinde, in dieser Oase, mitten in Berlin. Wir bekamen wunderbaren Chorgesang, direkt aus Schweden, und wir sangen selbst die Lieder, die mich an ganz viel früher erinnerte. Hier galt es dann dem Gehirn zu sagen, „Lass die Tränendrüsen in Ruhe – hier nicht! Stopp!“ Und ich dachte an alle, die jetzt „aufs Land“ in Schweden fahren, zu ihren Sommerhäusern, an die Farben, an das Wasser, an die Natur. Die Sehnsucht dorthin zu fahren (aber auch nach Hause), Sehnsucht nach der Ruhe, nach der Natur. Okay, dass es dann vielleicht die ganze Zeit regnet und der Schimmel ins die Datscha kriecht, damit versuche ich mein Heimweh totzuschlagen. Iss ja nicht so, dass ich Euch einen Regensommer wünsche, aber würde mir schon etwas helfen..

Mein Papiermüll im Krankenhaus..

Gestern war ich auf dem Weg, meinen Papiermüll zu entsorgen und hatte ihn in so eine Plastik-stoff Tasche gesteckt, die jeder umweltverantwortlicher Mensch jetzt bei sich führt. (Denk an den kleinen Eisbären..). Die Tasche hängte ich über den Lenker (tue das bloß nicht!!). Ich konnte zwei Umdrehungen machen und dann war Totalstopp – aber sowas von Totalstopp – und die Rentnerin flog über den Lenker auf den Boden. Hoho! Und warum landet man immer auf den Kopf? Ist es wie mit dem Marmeladebrote, der immer mit der Marmeladenseite auf den Boden landet? Blutete wie ein kleines Schweinchen und zwei freundliche Männer hielten an, schlossen Fahrrad an, holten den Krankenwagen und wünschten mir alles Gute. Die Kinder die auf dem Schulweg waren freuten sich über eine Abwechslung. Und auf dem Boden saß die Rentnerin und murmelte „Scheisse, Scheisse, Scheisse.. (ich weiß, liebe 130 cm, es ist ein verbotenes Wort..).“. Jedenfalls Krankenwagen kam und die Rentnerin mitsamt ihrem Papiermüll wurde verstaut. Es ging dann in die Notaufnahme, in die Röntgenabteilung  um dann in der Abteilung zu landen. Der Müll und ich… Man wollte mich über Nacht dort behalten, „man weiß ja nie“ und nun lag ich mit meinem Papiermüll dort und dachte über das Leben nach. Am Morgen entschloss ich, mich zu entlassen, die Schwestern schauten verwundert als die Rentnerin mit ihrem Papiermüll abmarschierte, nahm ein Taxi und fuhr nach Hause und hielt an dem Papiercontainer an, wo ich von meinen Reisebegleitern Abschied nehmen konnte. Ein Glück, dass es nicht normaler stinkender Müll war…

ps. die blühende rote Kastanie vor dem Fenster des Krankenzimmer hat mich fast entschädigt.. zauberhaft..

Das wundersame Leben..

Was ist mit meinem lieben „Tränendes Herz“ in diesem Jahr los? Schon der Name macht, dass ich mein Blümchen noch lieber habe und die Tatsache, dass ich sie von einem sehr lieben Menschen bekommen habe, macht das Ganze noch herzlicher. Aber in diesem Jahr hat sie sich scheinbar entschieden, dass ein klitze kleines Herz für die Besitzerin genug ist, die es ja auch nicht so dolle mit dem Herzen hat. Sagen wir mal rein anatomisch jedenfalls – hoffe ich.. Oder hat sie sich entschieden, mit einem zart rosa Herzen nur mit mir solidarisch zu sein?

Aber andere seltsame Dinge geschehen. Vor einigen Tagen haben einige (beliebter Berlin-Sport)  sich damit amüsiert, allzu viele Flaschen kaputt zu machen und vor meinem Haus verläuft ein ausgewiesener Radweg, der sehr gerne und flott genutzt wird und ich dachte mir, das gibt Elend über Elend. Also schnell Besen her und gefegt und gefegt, dass keine klitzekleine Scherbe noch da lag. Und gleichzeitig habe ich 111 x Verdammnis ausgesprochen weil es mir NIE gelingt, jemanden in Flagranti zu erwischen. Und dann? Am selben Tag habe ICH einen Platten am Hinterrad und da kann Frau ja anfangen sich über seltsame Dinge zu wundern und sich fest  im Glauben zu üben…