Archiv der Kategorie: Allgemein

Von A nach B in Berlin..

1) Man kann zu Fuß laufen. Die Bürgersteige sind uneben (ist nur der Vorname…) und hier und dort hat  eine Platte ganz kess eine andere Stellung eingenommen. Reparieren? Forget it.. Ist nur sexy wie alles andere hier bei uns.  Löcher? Na und? Hast doch Augen im Kopf oder? Man muss klar Fokus auf den Boden haben. So nach rechts und links schauen? Nee, nach unten..

2) Man kann Rad fahren. Absolut lebensgefährlich! Es gibt Radfahrwege, die so schmal wie ein Küchenhandtuch sind aber auf denen die absolut lebensgefährlichen Kampfradler am liebsten überholen – Millimeter zwischen den Lenkern.. Manchmal hört der Radweg einfach auf aber das macht nichts – weiter auf dem Bürgersteig und die Fußgänger? Die nieten wir um.  Die Radwege sind ja auch etwas abenteuerlich – Berlin hat vielen Bäumen, wofür wir dankbar sind  und die lieben Bäume haben nun mal Wurzeln und wie kleine Maulwurfe bahnen sich die Wurzeln ihren Weg.

3) Man kann die U-Bahn nehmen. Eigentlich ein Segen und funktioniert meistens wenn nicht auf Kotti ein Drogenabhängiger den Notarzt braucht.  Die U-Bahn ist schnell, meistens sehr warm und voll – aber was will man mehr? Funktioniert doch!

4) Man kann die S-Bahn nehmen – wenn sie fährt. – aber man muss starke Nerven und es nicht eilig haben. Die Bahn funktioniert wann sie Lust hat: Ist es zu warm, zu kalt, zu nass, zu viel Schnee fährt sie nicht und – Bingo –  mal dazwischen. Wenn Du Glück hast kommt sie und verlass Dich darauf – sie ist brechend voll.

5) Man kann den Bus nehmen. Ist auch nicht lebensgefährlich, wenn Du zwei gesunde Arme hast, mit denen Du Dich irgendwo festklammern kann. Um die Langeweile zu unterbrechen habe ich das Gefühl, dass einige Fahrer testen, wie es auf dem Nürburgring wäre.. Im Sommer auch zum Abnehmen geeignet: in der Hitze schwitzt Du schon einige Pfund heraus. Die Schilder, dass sie eine Klimaanlage haben, sind Fake..

6) Man kann Auto fahren. Wenn Du über 70 bist solltest Du es lieber lassen. Oder Du hast Nerven aus Stahl. Als Autofahrer liegt man schon auf der Hupe wenn man hinten in der Warteschlange bei Rot steht. Es könnte ja sein, dass irgendein Döskopp da vorne nicht schnell genug ist. Also vorsichtshalber huuuuuupen.. Und die Sache mit roten Ampeln? Was ist denn das??

Okay und was lernen wir jetzt? Ich weiß es nicht , das Leben ist einfach lebensgefährlich..

  1. Um den Proteststurm zu bremsen: Es gibt auch neue Busse und U-Bahnwagedn..

Berlin…

Berlin, wenn ich das so sehe, weiss ich wirklich nicht ob ich Dich liebe.. Die Stümpfe sind ca. 20 m auseinander. Ich weiss, „kein Geld, kein Personal“ – das Mantra vom Grünflächenamt..

Dennoch Pfui!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Berlin, hierfür liebe ich Dich.. Mitten im Alltagskrach und -Stress – STOP – eine wunderbare Vivalidimusik. Das arme Stadtgeplagte Ohr geniesst…

 

Fliegenmörderin

Eigentlich bin eine ziemlich langweilige, ordentliche Person. Hab´s gerne etwas ordentlich um mich herum – meine Augen wollen Harmonie und nicht von einem Singel- Strumpf dort, Kekskrümel hier gestört werden. Obwohl ich hier mittemang in der Berliner Steinwüste lebe, habe ich erstaunlich viele Fliegen in meiner Wohnung. Nee, ich glaube (hoffe?)  unverschuldet, weil ich ziemlich – uncool – ordentlich bin. Die verdammte, fette fliege, die mich schon lange nervt, landet endlich majestätisch und ermattet vom Herumirren auf der Armlehne meines IKEA-Sofas. Hole die Fliegenklatsche – die allzeit bereit einen festen Platz hat, um für einen Mord  ständig einsatzbereit zu sein –  und SCHWOSCH schlage ich zu und habe sie GEKILLT. Aber ob der Schlag oder die riesige Staubwolke, die aus der Armlehne explodierte, die arme Fliege tötete, weiß ich nicht. Meine Güte, ich habe nie daran gedacht, die Armlehne staubzusaugen, so jetzt habe ich eine 6-jährige Staubansammlung entkontaminiert.

Sommer? Was ist denn das??

Wo zum Teufel ist der Sommer geblieben? Oder wo steckt er? Verlaufen etwa? Kein Navi? Der letzte Sommer war ja auch nicht der Hit gerade. Und jetzt ist schon JULI und abgesehen von einigen wenigen Tagen mit tropischer Berlin-Schweiss-Stöhn-Hitze – vergiss das ganze! Bitte, bitte lieber Sommer – komm doch bei mir vorbei.. Ich brauche Dich..

Was tue ich dann?

Was tue ich dann, wenn meine Schmerzmittel nicht mehr helfen? Wenn ich die ganze Schmerzmittelleiter nach oben – oder vielleicht eher nach unten Richtung Hölle – geklettert bin und wie eine welke Tulpe da liege? Dann wünsche ich Euch Politikern, die mir das Recht absprechen selbst über mein Leben zu bestimmen,  zur Hölle. Aber wer weiß – vielleicht gibt es eine Gerechtigkeit… Nicht dass ich irgendjemandem etwas schlechtes wünsche, aber…

 

Ich und Zoff mit der Polizei

Heute war große Demo. Die Gruppierung „Identitäre Bewegung. „ rief zur Demo auf. Sie sagen zwar, dass sie keine Neo-Nazis sind, aber sie sind eine Abzweigung davon. Sie haben auf ihren Fahnen geschrieben, dass die Ausländer deportiert werden sollen. Haben wir doch schon mal gehabt, oder? Sie waren viele, aber die Polizisten waren massenweise aus allen Bundesländern vertreten. Wir waren wenige.

Dass Sie auch in dem Kiez starten, in dem 70% der Bewohner Migrationshintergrund haben (war ich jetzt politisch korrekt?) ist ja auch schon eine Provokation. In den Fenstern schauten die Nachbarn erschrocken heraus, manche beteiligten sich an unserem Protestkonzert und wir schrien „Nazis raus“ so gut wir konnten.

Eigentlich war alles friedlich bis die Polizei plötzlich ihre Taktik änderte. Wir sollten weg, aber sowas von sofort und ganz weit weg! Ich hatte, wie einige anderen auch, mein Fahrrad dabei und dann, wenn alles so eng wird, geht es nicht so schnell. Die Polizisten hatten uns in ein Gatter getrieben und der Ausgang war sehr schmal, also dauerte es.

Die jungen Polizisten – die männlichen – waren gestresst. Okay, verstehe ich. a) Sie tragen eine schwere und in der Hitze unerträgliche Ausrüstung b) sie sind gestresst c) werden vielleicht auch nicht so gut bezahlt und würden lieber in der Laube grillen. Also waren sie sauer, weil die alte Tante mit dem Fahrrad nicht schnell genug verschwand. Der eine schob mich brutal von hinten an, ein anderer zog mich von vorne und ich hatte alle Mühe nicht hinzufallen. Eine junge Frau hat protestiert, weil sie es unerhört fand, wie man eine alte Rentnerin behandelt. Hat das sie imponiert? Nee, es wurde noch heftiger gezogen und geschoben.

Aber was mich noch wütender gemacht hat, war die Tatsache, dass wir, die „Normalos“ die protestierten, sehr brutal weggedrängt wurden, während die deportierungsfreudigen Berliner ordentlich gepampert wurden. Verdammt – warum kann ich nicht auch meine Meinung kund tun?!? Wenn ich jünger wäre, würde ich mich vielleicht dem schwarzen Block anschließen aber ich glaube, die nehmen keine Omas auf.. oder?

unteres Bild # 117910871 fotolia

Murphys Gesetz*

Warum ist die Batterie im Rauchmelder  MITTEN IN DER NACHT immer alle? Ist das vielleicht Murphys Gesetz?

Ich erinnere als ich einmal die wunderbaren 130, 132 und 150 cm hütete. Und dort war die Decke sehr weit vom Boden entfernt. Im Nachhinein denke ich, dass ich wahnsinnig war – auf einem Drehstuhl balancierend versuchte ich das Elend zu stoppen ohne, dass die Großmutter in der Diaspora auf einer Schäreninsel in Schweden  -weit weg vom Krankenhaus – runterfällt und die morschen Knochen bricht… Und das Elend hat nicht pip-pip-pip gemacht sondern heulte wie ein Bombenalarm. Sehr effektiv aber ich wollte nicht, dass die Süßen aufwachen.
I did it!

Heute Nacht fing der Rauchmelder in meinem winzigen Wohnzimmer an. Hier ist die Decke nicht weit vom Boden entfernt und ich bin ja immer noch  -wenn ich mich richtig doll strecke – fast 177 cm groß. Ich hoch und drehe und drehe aber das elende Ding rührt sich nicht. Muss ich der Hulk sein, um das elende Ding aufzukriegen? Ich ziehe – pip-pip-pip – ist das Ding festbetoniert vielleicht? Bin bereit das Ding zu opfern, um endlich Ruhe zu haben. Her mit Meißel und Hammer!  Aber plötzlich habe ich das Ding in der Hand und Ruhe kehrt endlich ein. Ich falle wieder ins Bett und denke, „Nee, bitte, heute bitte kein Feuer.. morgen kaufe ich eine neue Batterie..promise“

* „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“

Ps. ich habe es geschafft, den Rauchmelder doch kaputt zu kriegen..

Steh auf!

Wir sprechen oft von häuslicher Gewalt gegen Frauen. Sehen Bilder mit Hämatomen, Wunden und furchtbaren Sachen.  Hier gibt es klare Beweise. Du kannst mit Deinen Beweisen in Frauenhäusern unterkommen. Aber wie ist es mit der psychischen häuslichen Gewalt? Sieht man nicht, es gibt keine Hämatome. Oder kann man im Herzen vielleicht ein Hämatom bekommen? Die stille, psychische Gewalt.

Du bist nichts
Du bist dumm
Du bist hässlich

Dann die unendliche  langgezogene Strafe mit der Nicht-Beachtung, dem Maulen, der eisigen Kälte. Die Strafe kann lange dauern um dann wieder von

Du bist nichts
Du bist dumm
Du bist hässlich

abgelöst zu werden. Und wenn Dein Selbstvertrauen unter dem Nullpunkt ist, stehst Du auf und gehst in Dein neues freies Leben in dem Du lernst:

Du bist jemand
Du bist klug
Du bist schön

So steh auf und stehe dagegen!

Verpackungen

Diese elende kleine Verpackung , die so harmlos aussieht, hat mich heute Morgen fast zum Wahnsinn getrieben. Eingeschweißt in irgendeinem knallharten Plastik, dicht, dicht, dicht so dass man nicht mal mit der Schere durchkommen konnte um die Verpackungsschlacht zu beginnen. Muss ich heute eine Motor/Kettensäge haben, um diese elenden Verpackungen aufmachen zu können??

Das kleine und stille Glück

Ein paar andere 130 cm (habe ja das Glück 2 Stück davon zu haben) kommen mir auf dem Schulhof entgegengelaufen. In dem Durcheinander von laufenden, springenden, spielenden Schulkindern habe ich sie erstmals nicht gesehen. Aber dann spüre ein paar Arme um meine Taille und ich sehe einen verschwitzten, sandigen Kopf (30 Grad draußen), der eine Zopf hat schon den Kampf mit dem Haargummi gewonnen und sich aufgelöst. Ein Paar glitzernden Augen schauen mich an und ich höre 130 cm sagen „Mormor (Großmutter), ich liebe Dich“. In diesem Augenblick gibt es auf dieser Welt nichts was schöner oder wichtiger wäre..

Wo ist der Anstand abgeblieben?

Schaue mir im Laptop den Bericht der schwedischen Bildzeitung über das furchtbare, das in Manchester gestern geschah. Ich kann das Bild anklicken und bekomme den Bericht mit Ton und Bild. Aber bevor ich das sehen und hören kann, muss ich eine dämliche, „lustige“ Werbung durchleiden, wie man nicht mehr Wasserflaschen nach Hause schleppen muss, sondern selbst alles herstellen kann. Dann – PÄNG – bist Du mittendrin bei  22 Toten  und mehr als 50  Verletzten- die meisten  Kinder und Jugendliche. Just like that.. Liebe/r Verantwortliche/r – vergiss einmal den Profit und die Aktionäre. Es gibt etwas, was sich Anstand nennt. Stell Dir mal vor, Deine Kinder wären auch dabei gewesen?

Glück

Hole 130 cm von der Schule ab. Müde kleinen 130 cm – Schulschluss 15,30 – zeigen mir eine Schramme auf der Brust. Die Ernte des Tages. Die Tränen steigen und so sitzt sie auf meinem Schoss, lehnt den  Kopf, der so voller Phantasie ist, gegen meine Brust. So sitzen wir dort in dem Schüler-Abhol-Chaos. Ganz still. Wir zwei. Ich genieß es, die zarten 130 cm auf meinem Schoss zu haben. Wie lange darf ich das noch?

Bild Jeanette Dietl/fotolia

 

Heimwehzeit wieder mal..

“Same procedure as last year?” “Same procedure as every year, James“ sagt die Gräfin dem Butler in dem bekannten Silvesterstück. Und genauso „same procedure als every year“ schlägt das Heimweh bei mir wieder zu. Jetzt, wo die Natur am aller schönten, am aller zartesten ist, alles ist berauschend grün, frisch, blühend. DANN schlägt das Heimweh mit aller Kraft zu. Die Sehnsucht danach am frühen Morgen, wenn alle noch schlafen, mit der Tasse Morgenkaffee alleine auf der sonnengewärmten Steintreppe vor dem Haus zu sitzen und über die blühenden Wiesen, die unglaublich gelben Rapsfelder  auf das Meer, das in der Sonne glitzert, zu schauen. Alles ist still, nur die Vögel zwitschern wie besessen. Dann tut das Heimweh in mir richtig, richtig weh und würde gerne das ganze superhippe Berlin gegen die stille sonnengewärmte Treppe in the middle of nowhere mit dem Morgenkaffee austauschen.. Aber ok – mein Balkon in Wedding muss es auch tun..

Bild Doris Beling Folie/imagebank.sweden.se

Designabenteuer Nummer 2

Jetzt gehe ich davon aus, dass ich eine Frau bin und auf die Toilette gehen muss. Einige Klos sind wirklich nicht so heimelig, dass ich mich darauf setzen möchte und mache deshalb akrobatische Übungen, um dem zu entgehen und die Klobrille passabel zu hinterlassen. Jetzt akrobatisiere ich dort, um den Hals hängt die Handtasche, den Mantel muss ich auch festhalten und jetzt, jetzt brauche ich das Klopapier! In dieser Riesenrolle gibt es kein Anfang und kein Ende – wie es im Leben so manchmal ist – und ich scharre und fummele nach dem Anfang. Die Beine zittern schon von Milchsäure und ENDLICH gelingt es mir, ein Stückchen zu ergattern. Aber wie bei der Tesafilmrolle – zack!- ist es wieder abgerissen.

Ich fummele noch vorsichtiger und es gelingt mir ein längeres Stück zu ergattern, aber da die hauchdünnen Klopapiere nicht mehr perforiert sind, habe ich ein ca. 15 cm langes und 2 cm breites Stück in der Hand. Herr Gott noch mal, warum perforiert man das hauchdünne Papier nicht mehr? Ich schwöre 100 Jahre Unheil über die Erfinder dieser Megarollen mit dem hauchdünnen Papier. Früher war das Klopapier in Berlin eher Marke Holzstück – jetzt genau anders herum. Diese Megarollen sollte abgeschafft werden –meine armen Rentnerbeine packen das nicht mehr!