Archiv der Kategorie: Allgemein

Was tue ich dann?

Was tue ich dann, wenn meine Schmerzmittel nicht mehr helfen? Wenn ich die ganze Schmerzmittelleiter nach oben – oder vielleicht eher nach unten Richtung Hölle – geklettert bin und wie eine welke Tulpe da liege? Dann wünsche ich Euch Politikern, die mir das Recht absprechen selbst über mein Leben zu bestimmen,  zur Hölle. Aber wer weiß – vielleicht gibt es eine Gerechtigkeit… Nicht dass ich irgendjemandem etwas schlechtes wünsche, aber…

 

Ich und Zoff mit der Polizei

Heute war große Demo. Die Gruppierung „Identitäre Bewegung. „ rief zur Demo auf. Sie sagen zwar, dass sie keine Neo-Nazis sind, aber sie sind eine Abzweigung davon. Sie haben auf ihren Fahnen geschrieben, dass die Ausländer deportiert werden sollen. Haben wir doch schon mal gehabt, oder? Sie waren viele, aber die Polizisten waren massenweise aus allen Bundesländern vertreten. Wir waren wenige.

Dass Sie auch in dem Kiez starten, in dem 70% der Bewohner Migrationshintergrund haben (war ich jetzt politisch korrekt?) ist ja auch schon eine Provokation. In den Fenstern schauten die Nachbarn erschrocken heraus, manche beteiligten sich an unserem Protestkonzert und wir schrien „Nazis raus“ so gut wir konnten.

Eigentlich war alles friedlich bis die Polizei plötzlich ihre Taktik änderte. Wir sollten weg, aber sowas von sofort und ganz weit weg! Ich hatte, wie einige anderen auch, mein Fahrrad dabei und dann, wenn alles so eng wird, geht es nicht so schnell. Die Polizisten hatten uns in ein Gatter getrieben und der Ausgang war sehr schmal, also dauerte es.

Die jungen Polizisten – die männlichen – waren gestresst. Okay, verstehe ich. a) Sie tragen eine schwere und in der Hitze unerträgliche Ausrüstung b) sie sind gestresst c) werden vielleicht auch nicht so gut bezahlt und würden lieber in der Laube grillen. Also waren sie sauer, weil die alte Tante mit dem Fahrrad nicht schnell genug verschwand. Der eine schob mich brutal von hinten an, ein anderer zog mich von vorne und ich hatte alle Mühe nicht hinzufallen. Eine junge Frau hat protestiert, weil sie es unerhört fand, wie man eine alte Rentnerin behandelt. Hat das sie imponiert? Nee, es wurde noch heftiger gezogen und geschoben.

Aber was mich noch wütender gemacht hat, war die Tatsache, dass wir, die „Normalos“ die protestierten, sehr brutal weggedrängt wurden, während die deportierungsfreudigen Berliner ordentlich gepampert wurden. Verdammt – warum kann ich nicht auch meine Meinung kund tun?!? Wenn ich jünger wäre, würde ich mich vielleicht dem schwarzen Block anschließen aber ich glaube, die nehmen keine Omas auf.. oder?

unteres Bild # 117910871 fotolia

Murphys Gesetz*

Warum ist die Batterie im Rauchmelder  MITTEN IN DER NACHT immer alle? Ist das vielleicht Murphys Gesetz?

Ich erinnere als ich einmal die wunderbaren 130, 132 und 150 cm hütete. Und dort war die Decke sehr weit vom Boden entfernt. Im Nachhinein denke ich, dass ich wahnsinnig war – auf einem Drehstuhl balancierend versuchte ich das Elend zu stoppen ohne, dass die Großmutter in der Diaspora auf einer Schäreninsel in Schweden  -weit weg vom Krankenhaus – runterfällt und die morschen Knochen bricht… Und das Elend hat nicht pip-pip-pip gemacht sondern heulte wie ein Bombenalarm. Sehr effektiv aber ich wollte nicht, dass die Süßen aufwachen.
I did it!

Heute Nacht fing der Rauchmelder in meinem winzigen Wohnzimmer an. Hier ist die Decke nicht weit vom Boden entfernt und ich bin ja immer noch  -wenn ich mich richtig doll strecke – fast 177 cm groß. Ich hoch und drehe und drehe aber das elende Ding rührt sich nicht. Muss ich der Hulk sein, um das elende Ding aufzukriegen? Ich ziehe – pip-pip-pip – ist das Ding festbetoniert vielleicht? Bin bereit das Ding zu opfern, um endlich Ruhe zu haben. Her mit Meißel und Hammer!  Aber plötzlich habe ich das Ding in der Hand und Ruhe kehrt endlich ein. Ich falle wieder ins Bett und denke, „Nee, bitte, heute bitte kein Feuer.. morgen kaufe ich eine neue Batterie..promise“

* „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“

Ps. ich habe es geschafft, den Rauchmelder doch kaputt zu kriegen..

Steh auf!

Wir sprechen oft von häuslicher Gewalt gegen Frauen. Sehen Bilder mit Hämatomen, Wunden und furchtbaren Sachen.  Hier gibt es klare Beweise. Du kannst mit Deinen Beweisen in Frauenhäusern unterkommen. Aber wie ist es mit der psychischen häuslichen Gewalt? Sieht man nicht, es gibt keine Hämatome. Oder kann man im Herzen vielleicht ein Hämatom bekommen? Die stille, psychische Gewalt.

Du bist nichts
Du bist dumm
Du bist hässlich

Dann die unendliche  langgezogene Strafe mit der Nicht-Beachtung, dem Maulen, der eisigen Kälte. Die Strafe kann lange dauern um dann wieder von

Du bist nichts
Du bist dumm
Du bist hässlich

abgelöst zu werden. Und wenn Dein Selbstvertrauen unter dem Nullpunkt ist, stehst Du auf und gehst in Dein neues freies Leben in dem Du lernst:

Du bist jemand
Du bist klug
Du bist schön

So steh auf und stehe dagegen!

Verpackungen

Diese elende kleine Verpackung , die so harmlos aussieht, hat mich heute Morgen fast zum Wahnsinn getrieben. Eingeschweißt in irgendeinem knallharten Plastik, dicht, dicht, dicht so dass man nicht mal mit der Schere durchkommen konnte um die Verpackungsschlacht zu beginnen. Muss ich heute eine Motor/Kettensäge haben, um diese elenden Verpackungen aufmachen zu können??

Das kleine und stille Glück

Ein paar andere 130 cm (habe ja das Glück 2 Stück davon zu haben) kommen mir auf dem Schulhof entgegengelaufen. In dem Durcheinander von laufenden, springenden, spielenden Schulkindern habe ich sie erstmals nicht gesehen. Aber dann spüre ein paar Arme um meine Taille und ich sehe einen verschwitzten, sandigen Kopf (30 Grad draußen), der eine Zopf hat schon den Kampf mit dem Haargummi gewonnen und sich aufgelöst. Ein Paar glitzernden Augen schauen mich an und ich höre 130 cm sagen „Mormor (Großmutter), ich liebe Dich“. In diesem Augenblick gibt es auf dieser Welt nichts was schöner oder wichtiger wäre..

Wo ist der Anstand abgeblieben?

Schaue mir im Laptop den Bericht der schwedischen Bildzeitung über das furchtbare, das in Manchester gestern geschah. Ich kann das Bild anklicken und bekomme den Bericht mit Ton und Bild. Aber bevor ich das sehen und hören kann, muss ich eine dämliche, „lustige“ Werbung durchleiden, wie man nicht mehr Wasserflaschen nach Hause schleppen muss, sondern selbst alles herstellen kann. Dann – PÄNG – bist Du mittendrin bei  22 Toten  und mehr als 50  Verletzten- die meisten  Kinder und Jugendliche. Just like that.. Liebe/r Verantwortliche/r – vergiss einmal den Profit und die Aktionäre. Es gibt etwas, was sich Anstand nennt. Stell Dir mal vor, Deine Kinder wären auch dabei gewesen?

Glück

Hole 130 cm von der Schule ab. Müde kleinen 130 cm – Schulschluss 15,30 – zeigen mir eine Schramme auf der Brust. Die Ernte des Tages. Die Tränen steigen und so sitzt sie auf meinem Schoss, lehnt den  Kopf, der so voller Phantasie ist, gegen meine Brust. So sitzen wir dort in dem Schüler-Abhol-Chaos. Ganz still. Wir zwei. Ich genieß es, die zarten 130 cm auf meinem Schoss zu haben. Wie lange darf ich das noch?

Bild Jeanette Dietl/fotolia

 

Heimwehzeit wieder mal..

“Same procedure as last year?” “Same procedure as every year, James“ sagt die Gräfin dem Butler in dem bekannten Silvesterstück. Und genauso „same procedure als every year“ schlägt das Heimweh bei mir wieder zu. Jetzt, wo die Natur am aller schönten, am aller zartesten ist, alles ist berauschend grün, frisch, blühend. DANN schlägt das Heimweh mit aller Kraft zu. Die Sehnsucht danach am frühen Morgen, wenn alle noch schlafen, mit der Tasse Morgenkaffee alleine auf der sonnengewärmten Steintreppe vor dem Haus zu sitzen und über die blühenden Wiesen, die unglaublich gelben Rapsfelder  auf das Meer, das in der Sonne glitzert, zu schauen. Alles ist still, nur die Vögel zwitschern wie besessen. Dann tut das Heimweh in mir richtig, richtig weh und würde gerne das ganze superhippe Berlin gegen die stille sonnengewärmte Treppe in the middle of nowhere mit dem Morgenkaffee austauschen.. Aber ok – mein Balkon in Wedding muss es auch tun..

Bild Doris Beling Folie/imagebank.sweden.se

Designabenteuer Nummer 2

Jetzt gehe ich davon aus, dass ich eine Frau bin und auf die Toilette gehen muss. Einige Klos sind wirklich nicht so heimelig, dass ich mich darauf setzen möchte und mache deshalb akrobatische Übungen, um dem zu entgehen und die Klobrille passabel zu hinterlassen. Jetzt akrobatisiere ich dort, um den Hals hängt die Handtasche, den Mantel muss ich auch festhalten und jetzt, jetzt brauche ich das Klopapier! In dieser Riesenrolle gibt es kein Anfang und kein Ende – wie es im Leben so manchmal ist – und ich scharre und fummele nach dem Anfang. Die Beine zittern schon von Milchsäure und ENDLICH gelingt es mir, ein Stückchen zu ergattern. Aber wie bei der Tesafilmrolle – zack!- ist es wieder abgerissen.

Ich fummele noch vorsichtiger und es gelingt mir ein längeres Stück zu ergattern, aber da die hauchdünnen Klopapiere nicht mehr perforiert sind, habe ich ein ca. 15 cm langes und 2 cm breites Stück in der Hand. Herr Gott noch mal, warum perforiert man das hauchdünne Papier nicht mehr? Ich schwöre 100 Jahre Unheil über die Erfinder dieser Megarollen mit dem hauchdünnen Papier. Früher war das Klopapier in Berlin eher Marke Holzstück – jetzt genau anders herum. Diese Megarollen sollte abgeschafft werden –meine armen Rentnerbeine packen das nicht mehr!

Geschlossen zwischen Flieder und Traubenkirsche?

Der alte Schuster, der in Schweden das Schild ”Geschlossen zwischen Flieder und Traubenkirsche” in sein Fenster hängte, um die zauberhafteste Zeit des Jahres genießen zu dürfen, er hätte es in Berlin nicht leicht gehabt. Jetzt duften Flieder und Traubenkirsche – von einer lieben Freundin – gleichzeitig betörend bei mir hier in Berlin, in der inzwischen nicht mehr wunderbaren Berliner Luft und führen mich in meine Kindheitssommer zurück.

Totale Flexibilität

Heute im Sanitätsladen um Kompressionsstrümpfe zu kaufen. Wunderbar jetzt wenn es wärmer wird – FALLS es wärmer wird, zweifle langsam daran.. Die freundliche junge Dame zeigte mir ein Paar Größe 38-40 und bei meinen Bedenken, ob das für meine nicht allzu zarten Füße Größe 41,5 reichen würde? „Oh, sie geben nach einer Weile nach“ verkündete das bezaubernde Wesen fröhlich. Ich wollte jedoch eine größere Größe sehen – lebe auf großem Fuß -. Diese wäre Größe 41-46. Liebe Hersteller, was soll der Quatsch mit den zusammengelegten Größen? Wozu haben wir Größen überhaupt? 41 ist´ne Nummer anders als 46! Bei meiner Grübelei konterte die bezaubernde junge Damen“ Oh, sie gehen in der Wäsche auch etwas ein, das geht sicher gut“. Schön wenn man so flexibel sein kann – ob man sowas in der Ausbildung lernt? Habe 41-46 genommen.. passt..

Designabenteuer

Schönes Design ist Balsam für Auge und Seele aber manchmal doch auch leicht unpraktisch. Wie oft habe ich nicht in einer Hoteldusche eingeseift gestanden und verzweifelt versucht, aus der top-designed Dusche etwas Wasser zu entlocken. Aber okay ich bin ja auch nicht die Zielgruppe und habe selber schuld.

Heute war ich im Hotel Stue – dänisch und top-designed. Wollte die Hände waschen. Hatte sie mit der luxuriösen Seife (sowas habe ich nicht zu Hause) schön eingeseift und stand dann dort wie ein leeres Vogelhäuschen davor. Ich drehte den minimalistischen Knopf nach rechts und links, zog und schob. Nix! Also versuchte ich die luxuriöse Seife mit den noch luxuriöseren Papierservietten abzuwischen und in einem letzten verzweifelten Versuch habe ich den minimalistischen Knopf mit dem Handtuch angefasst und siehe da – plötzlich gab es Wasser.  Da ich nicht wusste, wie ich das hingekriegt hatte, war es nicht ganz unproblematisch,  das Wasser abzustellen aber, in Echt, ich wäre rausgegangen, ohne das Wasser abzustellen.  So eine bin ich!

Die nächste Prüfung stand bevor – die Tür. Ein wunderschönes Teil, das was wohl als Türgriff dienen sollte, aber das man gar nicht anfassen konnte, weil man nur abrutschte. Geht die tonnenschwere Tür nach Innen oder Außen? HA!! – nach Innen – den Scharnieren nach. Rutschte nur ab – bleibe ich jetzt auf dem Klo sitzen bis jemand mich erlöst? Aber mit zwei Händen habe ich die Tür dann aufgekriegt. Ich dankte Ihm Da Oben dafür und freute mich auf meine altmodischen Türgriffe und Wasserhähne zu Hause. Liebe junge dynamische Designer  versucht doch mal selbst mit eingeseiften Händen Eure Werke in Gang zu bekommen! You lose! Aber klar – was hatte ich auch im Stue zu suchen

Berlinstress

Mann, hört doch endlich auf, an den Kassen so zu hetzen! Heute in einem Supermarkt fand ich eine Seelenverwandte, die am Ende der Kasse stand und vor sich hin schimpfte. Sie schimpfte, weil man ja nicht alles gleichzeitig machen kann, zahlen, einpacken und sich wegbeamen lassen. Wir waren uns rührend einig, dass das ein Elend ist.

Wenn ich zur Kasse marschiere, bin ich in Hab-Acht-Stellung Alarm-Stufe ROT! Habe schon meinen Geldbeutel aus der Handtasche rausgefriemelt, schnelle Kontrolle wie die Wechselsituation aussieht (kann ja nicht immer mit einem 50 €-Schein zahlen, irgendwann ertrinke ich in und mit Münzen), habe meine Waren brav aufgereiht und habe noch dazu eine elende Pay-Back-Karte, die abgelesen werden muss und die ich an dem Ablesegerät prinzipiell falsch halte (nee nicht absichtlich..), dann zahlen, wachsames Auge auf die Waren, die schon runtergerollt sind, böses Auge auf den Nachfolger, zahlen, einpacken, Geldbeutel in die Handtasche stecken und diese auch noch zumachen – wenn man schon ausgeraubt wurde, hat man leichte Paranoia – dann mit Affentempo die Waren retten, einpacken und sich verdünnisieren. Jubel in der Warteschlange! Endlich ist die olle weg!

Und dann gibt es Tage an denen ich im Trotzalter und extra langsam bin. Nee, eigentlich bin ich nicht extra langsam sondern einfach NORMAL und kichere innerlich über die Irritation über die olle Rentnerin die ihre Sachen nicht endlich einfach nimmt und VERSCHWINDET! Wenn man könnte, würde man mich SOFORT wegbeamen. Jubel in der Warteschlange! Aber mit meinen neuen Happy-Pills sage ich nur „Who Cares?“. Liebe Berliner – stresst Euch doch nicht zu Tode!

Bild Tommaso Lizzul fotolia

Tendenz steigend..

In letzter Zeit war ja hier etwas Jammer und Elend – habt Ihr vielleicht gelesen. Aber es geht aufwärts! Zwei Sachen habe ich gelernt:

SCHWESTER UND FREUNDE! Was wäre das Leben ohne Freunde – wirkliche Freunde (und meine Schwester), die SICH KÜMMERN? Diese Anrufe, Mails, die vorsichtig fragen, wie das so ist, ob wir nicht einen Kaffee zusammen trinken, eine Runde laufen, quatschen, ob ich Besuch möchte. Das ist Balsam für eine geschundene Seele – und geschundenen Körper – und oh, wie ich alle meine Freunde und meine Schwester liebe – und die wenigen Freunde männlichen Geschlechts, die sich trauen, sich zu melden.  Ja, es gibt einige solche wenige männliche Exemplare aber ok – die Sache mit Gefühlen ist eine klare Frauensache. Männer können eben andere Sachen – Ikea-Möbel zusammenbauen, verstopfe Abflüsse in Ordnung bringen, Computer reparieren. Auch nicht schlecht. Brauch Frau auch.

HAPPY PILLS! Ich hätte niemals gedacht, dass ICH sowas füttern würde. Eine Mischung aus Neugier und Angst – mein Gott, wenn ich drogenabhängig werde? Mit 73?!?  Aber ich sag Euch – sie sind ganz wunderbar, wenn sie endlich wirken. Wie? Jammer und Elend? Wo? Bei mir nicht – schon wieder neue Diagnosen? Na, die tüten wir auch ein.. Und wenn ich das Rennen verliere? Na dann eben..

Bild matthiasener/fotolia