Demut…

In Schweden sind diese Bilder nichts Besonderes. Die Defibrillatoren sind so gut wie überall – intakt – vorhanden. Und sie dürfen dort hängen bleiben, werden nicht geklaut oder  „Just for fun“ zerstört. Nachdem mein Herz beschlossen hatte, einfach aufhören zu schlagen, wurde ich von einem solchen Gerät – das dort unzerstört hängen durfte – und von wunderbaren Menschen ins Leben zurückgeholt. Jetzt gehe ich mit Andacht und tiefer Dankbarkeit an diesen Geräten vorbei. Der Gedanke daran, wie nah mein Gehirn an einer totalen Zerstörung war, und dass man mein Herz nach 12 Minuten davon überzeugen konnte, doch etwas weiterzuschlagen – das berührt mich zutiefst und macht mich demütig, weil ich weiterleben durfte.

Hier bei uns muss man leider lange nach einem solchen Gerät suchen – hier hätte mein Leben ein endgültiges Ende gehabt..

7 Gedanken zu „Demut…

  1. Gabi

    Liebe Cecilia
    es sollte so sein, daß Du noch ganz lange bei uns bist. Du hast recht, ich habe noch nirgendwo so ein Gerät gesehen. Nur davon gelesen! Ich wünsche Dir eine gute Zeit. Magst Du schreiben wie Du diesen Moment erlebt hast?
    Alles Gute wünsche ich Dir Gabi

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    1. Cecilia Stickler Beitragsautor

      Danke liebe Gabi – ja, es ist erschreckend, dass man hier so ein Gerät nirgends sieht. Ansonsten sind wir hier in Deutschland doch so technikaffin, aber Defibrillatoren? Nee. Man hat mir einen eigenen Defibrillator in die Brust reingesetzt, ist ein Riesenoschi der mich stört aber ich sollte dankbar sein. Den Moment, Gabi, an den kann ich mich nicht erinnern. Der ganze Tag ist bei mir ausgelöscht aber ich habe gehört dass ich im Lokal auf einem hohen Barstuhl sass und gegessen habe. Plötzlich hörte man einen Rums und ich war runtergefallen, Kopf aufgeschlagen und habe geblutet wie was – nehme ja Blutverdünner. Sofort waren Leute unterwegs um den Defi zu holen und nehmen mir sass ein pensionierter Kardiologe – ja, es sollte wohl nicht sein! – und er hat dann Herzmassage fachmännisch gemacht. Ich habe von all dem nichts mitbekommen, wachte nach einigen Tagen aus dem Koma auf und alles war weg. Der Tunnel mit dem Licht am Ende? Nein habe ich nicht gesehen, wusste nur als ich aufwachte, dass ich einen schwarzen Kasten/Viereck auf der Netzhaut hatte. An meinem Bett standen meine geliebten Kinder und schauten mich ängstlich an – mit den Ärzten – weil man ja nicht wusste welchen Schaden mein Gehirn nach 12 Minuten erlitten hatte aber muss wohl viel Glück gehabt haben… Meine Portion Glück ist wohl für dieses Leben jetzt aufgebraucht..

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  2. Gudrun Loche

    Liebe Cecilia,
    ja, da kann man nur dankbar sein. Ich habe, ehrlich gesagt, noch nie darauf geachtet, wo ein Defibrilator hängt. Wo ich es aber genau weiß, in meiner ehemaligen Schule neben der Turnhalle (ich bin im Juni in Rente gegangen). Die Turnhalle liegt auf dem Gang genau gegenüber des Sekretariats (dorte habe ich gearbeitet). In einer Sportstunde ist vor 2 Jahren einer Schülerin das Herz stehengeblieben. Sie war herzkrank und hat niemanden (Lehrer, Sportlehrer oder sonstwem) etwas davon gesagt. Auch die Eltern haben niemanden informiert. Unser Sportlehrer und ein Schulsanitäter (Schüler von 14 Jahren) haben Herzmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung gemacht bis der Arzt da war. Die beiden waren hinterher total fertig und der schulpsycholigische Dienst wurde gerufen. Gott sei Dank hat das Mädchen alles gut überstanden und geht weiter in die Schule. Beide Helfer haben eine Medaille vom Malteser-Hilfsdienst bekommen, die unsere Schulsanitäter ausbilden. Es hat gar nicht lange gedauert und der Schulförderverein hat der Schule einen Defibrilator gekauft. Wir haben dann auch ziemlich schnell eine Schulung darauf bekommen.
    Es ist gut, dass es das Gerät gibt und es ist hoffentlich an vielen Stellen vorhanden, auch wenn wir es noch nicht gesehen haben.
    Liebe Grüße und weiterhin viel Gesundheit
    Gudrun

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    1. Cecilia Stickler Beitragsautor

      Oh lebe Gudrun, das war ja wirklich wunderbar! Wenn ich mir vorstelle dass ein so junger Mensch nicht überlebt weil einfach die Geräte, die nicht die Welt kosten, nicht vorhanden oder zerstört waren. Verstehe dass die beiden Retter danach Unterstützung brauchten und bewundere Menschen, die gleich anpacken ohne nachzudenken, denn in diesen Fällen spielen Sekunden ja eine Rolle. Wenn ich hier durch Berlin laufe sehe ich NIRGENDS einen Defibrillator. Nun, ich habe jetzt in meiner Brust meinen privaten Defi, aber all die anderen, die ahnungslos – wie ich die nie was am Herzen hatte – durch die Strassen laufen.. Wünsche Dir einen schönen Sonntag!

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  3. Gabi

    Liebe Cecilia
    da hat Dein Herz Dich erschreckt, keine Frage. Aber ich bin sicher du hast noch einiges an Glück in petto. Was das Bloggertreffen in Wiesbaden anbelangt – da mußt Du Dich nicht entschuldigen. Es geht um Menschen, die einfach aus anderen Gründen nicht absagen. Es scheint generell eine Unart geworden zu sein, was ich gar nicht verstehen. Eben habe ich eine Blogbeitrag darüber geschrieben, weil mich das so aufregt. Liebe Grüße Gabi

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    1. Cecilia Stickler Beitragsautor

      Oh wie schön, von Dir zu hören! Ich hoffe es geht Dir gut und danke für die Infos. Es ist nur etwas beruhigend, denn wenn ich meine Umgebung anschaue, ist es ziemlich mau. Aber wenn ich egoistisch bin – kann mir wurscht sein, habe jetzt meinen eigenen Defi implantiert bekommen- HA! Ist zwar ein etwas unangenehmes Ding aber was solls, darf noch etwas mitmachen. Stor kram till dig Kerstin – toppentjejen!!

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