Ein (kleines) Fettnäpfchen – Nr. 2 – in Deutschland

Heute kommt ein – zugegebenermaßen – kleines und wirklich nicht so gravierendes Fettnäpfchen, in das ich manchmal hier in Deutschland trete.

Wenn ich einen Kuchen backe – seit dem ich mein Singelleben lebe kommt das nicht oft vor, das pralle Leben läuft eben nicht in der Küche ab, jedenfalls nicht in meiner – stelle ich den Kuchen auf den Tisch – Beigabe ein Messer und ein Tortenheber. Meine allerliebsten Gäste sitzen und starren die Torte an, keiner rührt sich, geschweige die Torte an. Bis jemand ganz beherzt aufsteht, Messer greift und die Torte in akkurate Stücke einteilt. Puh, großes Aufatmen am Tisch und man langt zu. Ich vergesse immer, dass man hier die Torte unbedingt anschneiden/aufteilen muss. In Schweden tut man das nicht – man schneidet sich das Stück so groß oder klein wie man es möchte. Also wenn ihr in Schweden seid – nicht verzagen, wenn die Torte nicht aufgeteilt ist – zack – einfach zulangen!

Es geht weiter: nun liegt das gute Stück auf dem Teller aber wo Herrgott noch mal sind die Kuchengabeln?? Hm, rechts und links nix.. Klar gibt es Kuchengabeln auch in Schweden (in etwas besseren Kreisen.. ) aber wir greifen ohne zu zögern nach dem Kaffeelöffel und essen damit den Kuchen. Wo ein Wille ist, ist ein Weg… Ich besitze zwei Kuchengabeln – Restbestände aus einer Scheidung.
(Bild suess-und-salzig Flickr)

Und wenn wir beim Kaffee sind – wenn man in Schweden zu „Kafferep“ eingeladen ist – Regel Nr. 1: Zuerst das Gebäck, dann die Hefeteile und DANN, aber erst DANN, die Torte!! Ich vergesse das immer wieder wenn ich zu Hause bin und sehe an den erschrockenen Blicken, dass ich einen gravierenden Fehler gemacht habe, wenn ich mich gleich über die Prinzesstorte hermache.. Asche auf mein Haupt..

(Bild OlliBi Flickr)

8 Gedanken zu „Ein (kleines) Fettnäpfchen – Nr. 2 – in Deutschland

  1. Andreas

    Godmorgon, ich finde es äußerst angenehm, dass ich mir in Schweden mein Tortenstück nach meinem Bedarf selbst schneiden kann, da ich Süßes sehr liebe, ist das Stück dann auch immer etwas größer 😉
    Ha en bra dag!

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      1. Solweig Rittenschober

        En sådan vacker skapelse skulle man ju inte gärna skära i och förstöra. För en gångs skull, tur att man har andra skäl att undvika tårtor…
        Men Cecilia, när jag någon gång äter tårta här eller i Sverige, så är det med liten dessertgaffel och detta utan att tillhöra någon överklass. Likaså de flesta jag känner. Duknings och bordskicksfrågor behöver inte och ska inte vara en klassfråga ,utan en vilja att bidra till ett trevligt och praktiskt sätt att njuta av bordets gåvor tillsammans med andra, tycker jag.
        Fortsätt att njuta av denna underbart vackra vårvinterdag ! Kram.

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  2. Kersti

    Habe in Bln Tortengabeln (geerbt, vom langen Leben in D geletnt, wie wichtig sie sin!), in S reichen immer die Tee- oder Kaffeelöffel. Von der Auteilung der Torte wollen wir gar nicht erst reden. Tückisch, in S, ist es jedoch, wenn sie erst dann auf den Tisch kommt, wenn man von vetelängd, sockerkaka und småkakor schon proppevoll ist.

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      1. monica

        Hej! Wie ich mich wiedererkenne!! Jag känner igen mej SÅ i dina beskrivningar! Nach vielen Jahrezehnten hier habe ich manches vergessen, wie z.B. dass man die Torte in Schweden nicht vorher schneidet. Aber das Ding, dass man SELBSTVERSTÄNDLICH erst ein „Bulle“ nimmt und erst zum Schluß die Krönung – die Torte – ist in mir ganz tief verwurzelt. Das wäre ja sonst als würde man zuerst den Nachtisch futtern und hinterher das Hauptgericht, oder? Hihi! Die Kuchengabeln hier finde ich allerdings sehr praktisch. Und praktisch sind wir Schweden ja nun mal – eigentlich seltsam, dass in Schweden im allgemeinen immer noch der Löffel benutzt wird….. Naja, etwas weniger Abwasch. 😀

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        1. web879

          Es gibt eben „Kulturkrockar“ wie dass man in Deutschland die Kartoffeln nicht mit dem Messer schneidet, sondern mit der Gabel teilt. Das ist in Schweden ziemlich unpassend.. ach ja, Fettnäpfchen über Fettnäpfchen..

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