Heimat??

 

gröngubbe

 

Wir haben soeben mit Götterfunken, Brandenburger Tor, bombastischem Feuerwerk, megagroßen glitzernden Deutschlandfahnen den 25-jährigen Geburtstag der (neuen) Bundesrepublik gefeiert. Endlich wagt man in Deutschland das Coming-out, man darf stolz sein, Deutsch zu sein, ohne gleich als revanchistischer Nazi eingestuft zu werden. Gleichzeitig diskutiert man heftig darüber, was eigentlich Heimat ist. Und nach 23 Jahren in Schweden und 48 in Deutschland fange ich an zu überlegen – Na, wo ist denn eigentlich meine Heimat? Und was ist eigentlich Heimat für mich?

svenskflagga

Für mich ist das dort, wo ich gewurzelt bin, wo ich mich geborgen fühle, wo ich alles kenne und wo ich hingehöre und wo ich manchmal einen mächtigen Kloß im Hals bekomme. Dabei fällt mir zuerst Schweden ein – ein bisschen albern vielleicht, die Proportionen stimmen nicht so ganz. Und wenn ich in Schweden bin und den Kloß im Hals bekomme, wenn ich die Landschaft, die Weite, die Farben sehe, fühle ich mich justament so verwurzelt, zu Hause, kann mich wunderbar fallen lassen. Und dann komme ich wieder in meine andere Heimat, Berlin, zurück – dreckig, vergammelt und laut und fühle am Flughafen vor Glück einen Kloß im Hals – „Oh, hier ist ja auch das wunderbare Heimatgefühl!“ Also was lernen wir daraus – man kann zwei Heimaten haben. Wie wunderbar – ich leibe Euch beide!

Bild von meiner Wenigkeit und william87/fotolia

2 Gedanken zu „Heimat??

  1. Anne Herter

    Liebe Cecilia,
    ja genauso ist es!! Man kann auch noch kürzer in Schweden gelebt haben (38 Jahre jeden Sommer 3-4 Wochen) und dieses Heimatgefühl stellt sich ein. Immer wenn ich die schwedische Sprache höre, wenn ich von der Fähre heruntergefahren bin und das erstemal das Autofenster öffne und die Luft einatme, die so viel leichter und frischer ist, dann stellt sich dieses ganz besondere Gefühl ein und ich juble vor Freude.
    Beim Zurückkommen nach Stuttgart ist alles wieder völlig anders und doch auch da fühle ich mich zu Hause. Da leben die Menschen die mir am nächsten stehen , da kenne ich jeden Winkel, jede Straße und nicht zu vergessen (im Alter ganz wichtig!!) mein eigenes Bett wartet auf mich.
    Ich bin auch, wie du, glücklich, dass ich zwei“ Heimaten“ haben darf..

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    1. Cecilia Stickler Beitragsautor

      Ja Anne, das stimmt – wir sind unglaublich reich weil wir 2 Heimaten haben, die wir lieben!

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