Mein Dämon

Mein Dämon bezog vor einer Weile Stellung in  meinem Körper und hat jetzt einen Namen bekommen – FATIGUE.   Ich merkte schon, dass sich ein Untermieter in meinem Körper eingenistet hatte, denn alles wurde so schwer (und es waren nicht die Kilos die sich ansammelten). Es war als hätte ich Bleiklumpen an Armen und Beinen und als ob mein Gehirn in Gele eingepackt war. Wie Gehirn in Aspik – hoho..  Da hilf ein kleines Schlummerchen nix, wenn Frau aufwacht sind die Bleiklumpen leider immer noch da. Also verschenkte Zeit – und davon hat Frau ja nicht mehr unendlich viel. Gehöre selbst zu der Generation die gelernt hat, dass man sich selbst nicht leid tut sondern dass man fröhlich in die Hände spuckt und weitermacht. Meine Stiefmutter hatte als Mantra – wenn ich in absoluten Notsituationen etwas Trost gebraucht hätte (aber das gewöhnt man sich schnell ab..) – „Armes kleines Ding tausend Mal“ und damit wären auch die nächsten 999 Notsituationen abgegolten, also nichts der Rede wert. Das härtet ab.

Mein Dämon schlich sich bei mir ein als ich den Blutkrebs bekam. Nee, nicht Leukämie sondern PV und wie der Arzt hurtig und fröhlich sagte „Davon stirbt man meistens nicht, sondern meistens damit“. Irgendwie habe ich den Verdacht, dass er den Empathiekurs  doch geschwänzt hatte.  Also in die Hände spucken! Kann Frau ja ganz gut. Aber jetzt fange ich langsam an zu kapitulieren, denn ich finde dass mein Dämon sich allzu viel ausbreitet. Das führt daz,u dass ich eigentlich schöne und einfache Dinge nicht mehr so richtig packe und schlapp mache, und das ist ja in meiner Generation die 8. Todessünde. So auf zum Kampf gegen den Dämon! Aber wie?

PS. Nur für die taffen (wie meine Stiefmutter)- Fatigue ist weder Einbildung noch Psychisch – es gibt es. Alles klar?

4 Gedanken zu „Mein Dämon

  1. Gabi

    Cecilia was hilft ein Kommentar von einer Unwissenden. Jetzt habe ich mal gegoogelt was das ist – vielleicht findest Du so was wie eine Selbsthilfegruppe wo man sich austauschen kann und ev. nette Menschen kennen lernt. Solche, die Dich nur anjammern brauchst Du sicher nicht. Tu nur was Dir Freude macht – Pfeif auf unlustige Verpflichtungen.
    Und dieser Arzt, sehr bedenklich sein Einfühlungsvermögen – frag ihn beim nächsten Mal ob er seiner Frau oder Tochter (falls er eine hat) das auch so sagen würde. Tu was für Dich – nichts tun macht einen immer zum Opfer. Liebe Grüße Gabi

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    1. Cecilia Stickler Beitragsautor

      Danke für Dein Mitgefühl Gabi und ich weiss, es gibt wahrlich schlimmeres! Und nicht mal Selbsthilfegruppe oder sowas hilft – alles kostet zu viel Kraft. Und jetzt habe ich mich hier etwas ab-gejammert und nun soll ich Ruh´geben! Und solche Ärzte kenne ich gut. Einmal wurde ich im Krankenhaus observiert und am Tag vor dem HeiligAbend entlassen mit der Prognose doch recht bald den Sargdeckel zuklappen zu dürfen und mit den hurtigen Worten des Arztes „Nun gehen Sie erstmals nach Hause und feiern schöööön Weihnachten!“ Den hätte ich erschlagen können..

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  2. Gudrun Loche

    Liebe Cecilia, so einen Arzt habe ich auch kennengelernt, als meine Mutter so krank war. Ich hätte ihn durch den Fleischwolf drehen können.
    Ich kann mich den Worten von Gabi nur anschließen. Ich habe da ein schönes Sprichwort, welches ich mir immer sage, wenn es mich mal überkommt: „Ich lache auch wenn es regnet, denn wenn ich nicht lache, regnet es auch.“
    Ich kann dem nicht nachempfinden wie es dir geht, aber denk an dich.
    Herzliche Grüße
    Gudrun

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