Mein höchst persönlicher Beitrag zur Köln-Debatte

 

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Ich war 19 Jahre alt, in Berlin,  in den späteren Vater meiner Kinder schwer verliebt und machte anderen Männern keinesfalls Avancen. DER Vergewaltiger, der aus Jamaica kam, ja, sorry, war nun mal so.., der in unserem Team mitarbeitete, brauchte mit irgendwelchen Papieren Hilfe, weil er in Schweden arbeiten wollte. Ich war naiv, sicher in meiner Beziehung zu meinem Freund, blauäugig und dumm. Er hat mich in die Falle gelockt, mich vergewaltigt. Es half kein Bitten, kein Schreien, kein Flehen. Ich war mit ihm eingesperrt. Wie viel Mut hat man dann, den Mann zwischen die Beine zu treten? Wie komme ich hier raus? Schlägt er mich tot? Aber fast noch schlimmer dann auf der Polizeiwache: Die Blicke der Polizisten „Naja, von den schwedischen Frauen hat man ja so einiges gehört“ (war in den 60-er Jahren, die Jahre der „Schwedischen Sünde“), Tuscheln und Grinsen. Mein Peiniger wurde freigesprochen – ich hätte mich ja nicht so richtig gewehrt.. also hatte ich es ja gewollt.. Ich kann jetzt 50 Jahre später keine Szene einer Vergewaltigung im Fernsehen oder im Film sehen, ohne dass es mir ganz furchtbar nahe geht.. Immer noch..

Bild: photographee.eu/fotolia

7 Gedanken zu „Mein höchst persönlicher Beitrag zur Köln-Debatte

  1. Elke Schilling

    Jede 3. Frau in Deutschland, sagen Untersuchungen, hat irgendwann in ihrem Leben sexualisierte Gewalt erfahren.
    Ich war neun, als zwei deutsche weiße Halbwüchsige sich an mir ausprobierten und habe es damals keinem erwachsenen Menschen erzählen können.
    Wann endlich wird sexualisierte Gewalt als solche in unserem Land das ihr gebührende gesellschaftliche Stigma erhalten? Unabhängig von Herkunft, Geschlecht und sozialem Status von Tätern und Opfern.

    Das besonders Perfide an den Kölner Vorfällen ist der allseits ausgesprochene Generalverdacht gegen Asylbewerber, wo doch hierzulande üblicherweise (weiße?) Vergewaltiger bis zur abschließenden Verurteilung nur als „vermutliche“ Täter bezeichnet werden…

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    1. Cecilia Stickler Beitragsautor

      Oh Elke -mit neun!! Grauenvoll! Und ist ja wie Du meinst ja auch egal wo der Mensch herkommt. Passte leider nur gerade so in mein verkorkstes Denkschema..

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  2. Heidi

    Ja, das ist schrecklich. Ich wüsste nicht wie ich mich verhalten hätte, im Zweifelsfall auch ruhig gehalten aus Angst vor schlimmeren. Leider werden die meisten Täter nicht bestraft, während die Opfer immer irgendwie fürs Leben gezeichnet sind. ————–
    Es gibt so viel Gewalt gegen Frauen, auch hier, von Missbrauch ganz zu schweigen in der eigenen Familie etc..
    Warum schweigen die meisten Frauen noch immer. ——- ?

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    1. Cecilia Stickler Beitragsautor

      Liebe Heidi, die meisten Frauen schweigen wohl weil man unbewusst ein Schuldgefühl hat – warum fragen mich so viele, wie ich so mutig sein konnte und dar+ber zu schreiben? Warum Mut? Habe ich ihn vergewaltigt oder mich? Wenn ich einen Verkehrsunfall gehabt hätte, hätte man vielleicht gesagt „oh Du Arme“ aber nicht „dass ich mutig war davon zu erzählen“.. Wir müssen aufhören uns für das zu schämen, was andere Menschen uns antun!

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