Mein Nachbar

Ich habe verschiedene Nachbarn – von meinem unsäglichen, oberspießigen Blockwart habe ich ja schon erzählt (obwohl er so grässlich ist, dass man gar nicht von ihm reden sollte, totschweigen sozusagen)  aber heute erzähle ich von einem herzerweichenden Nachbarn. Er ist schon älter, von nicht bester Gesundheit aber dafür mit viel Empathie. Hier in meinem Kiez eine klare Mangelware.. Er hängt mir zu Nikolaus und Ostern süße Versuchungen an den Türgriff.

Gestern traf ich ihn im Flur – er fragte ganz besorgt, wie es mir so ginge, denn mein Fahrrad, der immer vor dem Haus unter einer Laterne (Fahrraddiebe – big brother is watching you) parkt, war die ganze Nacht nicht dort! Er habe immer wieder hinausgeschaut, aber wo war ich? Ich wurde spät nachts von einer lieben Freundin mit dem Auto nach Hause gebracht und ließ mein Fahrrad an der U-Bahn schlafen.

Es tut gut – er wenigstens würde vielleicht merken, ob ich in meiner Wohnung irgendwann mal  vor mich hin mumifiziere. Ich habe vor Rührung seine Wange gestreichelt und Danke gesagt.

2 Gedanken zu „Mein Nachbar

  1. Marie

    Ach wie schön. So etwas tut gut. Ein lieber Nachbar ist nicht mit Gold aufzuwiegen. Die „Unlieben“ läßt man links liegen. 😉
    Gruß von Marie

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    1. Cecilia Stickler Beitragsautor

      Ja das ist wirklich wahr aber es ist auch schwer die Unlieben links liegen zu lassen.. Manchmal fasse ich mir an den Kopf und frage mich „Wie um Himmels Willen wird man so????!!“ und eigentlich sind das bedauernswerte Menschen, aber dennoch zeige ich das Stinkefinger wenn ich an seiner Tür – mit dem Guckloch hinter dem er alles beobachtet -. Aber dieser Nachbar von dem ich schrieb, ist wirklich ein Schätzchen!

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