Störfaktor

phyzick

Danke an Euch alle, die an mich gedacht haben, als ich etwas von der Rolle war. Jetzt geht es mir langsam besser – ja so gut, dass ich sogar etwas meckern kann. Jawoll! Gegen meine Krankheit – ja, ich höre bald auf davon zu erzählen, will sowieso kein Mensch hören, verstehe ich.. – gibt es neue Medikamente. Man muss nicht unbedingt das Rattengift Marcumar nehmen. Die Sachkundigen sagen, dass dies die Medikamente von morgen sind. Jedenfalls, sie sind neu und meine Diagnose ist extrem selten – echt keine gute Kombi, glaub mir.. Von meiner niedergelassenen Fachärztin bekomme ich nach großem Bauchgrimmen – bei ihr (nicht bei mir)  weil die Kasse vielleicht mit einem Regress an der Tür wummert – jedenfalls doch die Verordnung. Aber wie anfangen? Übergleiten von den jetzigen Spritzen, wie lange, wie hoch?  Hä? Vielleicht so oder vielleicht doch so?  Ich bin ja nun wirklich nicht vom Fach und es sind wahrlich keine Lutschbonbons. Das Wartezimmer ist voll, Panik nahe, Störfaktor raus! Also versuche ich die Spezialistin bei Charité noch zu fragen. Sie schreit wahrscheinlich bald, wenn sie meinen Namen im E-Mail-Postkasten sieht. Wenn ich bis morgen keine Antwort bekomme, ist mein wunderbarer Hausarzt dran. Und wenn er es auch nichts weiß– am Freitag MUSS ich irgendwas machen – dann lege ich mich einfach nieder zum Sterben, so ein bisschen jedenfalls.  Dann kann man mich als Sondermüll entsorgen. Und was ist die Moral von der Geschichte? Hab lieber eine Feld,-Wald-, und Wiesenkrankheit – wenn überhaupt..

Bild PhyZick/fotolia

4 Gedanken zu „Störfaktor

  1. Anne Herter

    Ach liebe Cecilia, wie gut kann ich dich mal wieder verstehen!!!! So richtig mitfühlen und deine Unruhe nachvollziehen…
    Hatte im Juli eine, allerdings recht häufige Diagnose, Vorstufe zur Osteoporose. 3 Ärzte, 3 verschiedene Vorschläge zur Behandlung. Spritzen, Tabletten mit erschreckenden Nebenwirkungen und alternative Vorschläge. Man wird total verunsichert, die Gedanken drehen ihre Kreise, in der Nacht ist es am schlimmsten man kommt nicht zur Ruhe. Hatte das Gefühl, dass die meisten Ärzte nur genervt von meinen Fragen waren und überhaupt nicht richtig zuhörten.
    Mein alter Hausarzt (er geht leider Ende des Jahres in Ruhestand) hat mich dann doch etwas beruhigen können. Er meinte “ jetzt fahren Sie einfach mal in Urlaub in ihr geliebtes Schweden, da werden alle Sorgen kleiner“. Er hatte recht. Irgendwie konnte ich das Gedankenkarussel stoppen, auch meine innere Unruhe und Nervosität sind heute nahezu verschwunden.
    Ich nehme jetzt brav die kleinste Menge der empfohlenen Tabletten, bewege mich viel und denke nicht mehr so oft an all das was noch kommen kann. Habe mir wieder mal vorgenommen jeden Tag zu genießen und nicht an morgen zu denken. In diesem Sinne wünsche ich dir alles, alles Gute und verständnisvolle, kluge Ärzte, die deine Sorgen ernst nehmen.
    Varma hälsningar
    Anne

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    1. Cecilia Stickler Beitragsautor

      Liebe Anne – ja genau, genau so geht es mir und ich frage mich, WARUM muss ich mich jetzt um die Dosierung kümmern?! Nur weil das Wartezimmer voll ist, die Tabletten zu teuer, ich überhaupt eine Nervensäge bin, weil ich immer noch tausend Fragen habe. Verdammt noch mal – ich bin doch nicht vom Fach, und genau wie die Tabletten, die Du nehmen musst, sind es keine Lutschbonbons. Ach Anne, bin genervt bis sonst wo hin. Ich sollte mir ein Beispiel an meiner Tochter nehmen, sie nimmt kein Blatt vom Mund und bekommt auch die Infos die sie braucht. Ihre Mutter kuscht da eher – und ärgert sich dann über sich selbst. Ich wünsche Dir jedenfalls eine „gestoppte“ Osteoporose mit den Tabletten.. Ich sag´s ja: Alt werden ist nix für Feiglinge :-))

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  2. Heidi

    Liebste Cecilia ,du hast ja so recht, alt werden ist nichts für Feiglinge —— da hat man sich so schöne Vor-stellungen gemacht, endlich die große Freiheit, nur noch machen was Freude macht usw. und dabei werden die Sorgen immer größer und der Körper will gar nicht mehr so wie wir wollen. Ich kann deine Verzweiflung so gut nach- und mitfühlen —-
    Ich drück dich und wünsche dir viel Kraft auch diesen Störenfried – gutes Wort – stört den Frieden – mit eisernen Willen aus den Tempel jagst.
    Heidi

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