Stolpersteine??

Vor einigen Tagen war großer Putztag der Stolpersteine. 1996 fing der Künstler Gunter Demnig an, Stolpersteine zu verlegen. Inzwischen gibt es nur in Berlin 5000 davon und da nur in Berlin über 600 000 Personen deportiert wurden, haben wir ein ganz klares Open End..

Ich habe MEINEN Stein. Er ist vor dem Haus einer meiner Töchter und die Frau, die deportiert wurde, hat denselben Namen wie meine Tochter. Nur diese junge Frau wurde nur 33 Jahre alt. Ich gehe täglich an diesem Stein vorbei und versuche manchmal mir vorzustellen, dass es meine Tochter hätte sein können, und ich kann es nicht begreifen, wie die Menschen damals überhaupt weiter/überleben konnten und bin dann für mein kleines Leben so unendlich dankbar. stolperstein1c

An diesem „Putztag“ habe ich meinen Stein geputzt und gewienert und jetzt glänzt der Stein wie Gold und ich denke an Sophie Boroschek, die in Auschwitz ermordet wurde.. Gestern ging ich mit 6 Jahren und 128 cm an dem Stein vorbei und ich erzählte ihr die Geschichte. Sie war zutiefst beeindruckt und hatte tausend und abertausend Fragen aber dann hüpfte sie zur U-Bahn fröhlich weiter auf dem Weg zu ihrem Ballett. Es ist wunderbar, dass sie das nicht erleben muss und dass sie es nur als ein weiteres böses Märchen empfindet.

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Ein Gedanke zu „Stolpersteine??

  1. Gunilla Lager-Ebkes

    Ja, es ist unvorstellbar was vor 70 bis 75 Jahren hier passierte. „Mein“ Stolperstein vor meiner Pforte erzählt von der knapp über 40-jährigen Jüdin, die deportiert und umgebracht wurde. Oft überlege ich; wohnte sie damals in derselben Wohnung wie ich jetzt? Wie oft schaute sie zum Fenster raus in der Befürchtung abgeholt zu werden? Wie hielt sie ihre Ängste aus? – Im Schöneberger Rathaus gibt es eine ständige Ausstellung, die dokumentiert was mit einem Teil der Bevölkerung im Schöneberg damals passierte. Kann ich nur empfehlen!

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