Wir testen die Notaufnahmen in Berlin fröhlich weiter..

Liebe Freunde – es war wieder mal an der Zeit – fiel wie ein alter, vertrockneter schwedischer Kiefer hin und landete mit aller Wucht auf der Schläfe. Irgendwie waren die Arme anderweitig beschäftigt und hätten den Aufprall mindern können. Die Brille flog in zwei Teilen weit weg und als Patientin, die blutverdünnende Mittel nimmt,  blutete ich wie ein Schwein. War mit 130 cm auf dem Weg zur Schule und die armen 130 aufgeregten cm mussten mit ihrer blutenden Großmutter – ohne Brille –  an der Hand die Schule betreten. Ich versprach, bis 15,30 auf jedem Fall am Leben zu bleiben – dann war Abholen vereinbart.

Mein lieber Hausarzt empfahl am Telefon, die Notaufnahme sofort aufzusuchen – hat man ein Blutgerinnsel im Kopp überlebt, dann ist Leichtsinn und „Ach was, wird schon werden..“ nicht angesagt. Also Charité Mitte – nee, nie wieder! Auf seiner Empfehlung hin nahm ich dieses Mal das Jüdische Krankenhaus in Wedding in Angriff. Sehr empfehlenswert! Und entweder hatte ich Anfängerglück oder es ist immer dort so – in 1,5 Stunden war ich fertig und auf dem Heimweg. Gereinigt, genäht – an der Schläfe, aua.. – CT und mitfühlender Arzt, der fragte, ob ich jemand zu Hause hätte. Nee, das habe ich ja nun nicht mehr, außer 130 cm, die ich über das Wochenende hüte aber für sowas nicht so richtig in Frage kommt,  und bekam strenge Auflagen SOFORT zurückzukommen, falls mir übel wird, Kopfschmerzen bekomme oder allgemein schwindlig werde. Naja, so wirr wie ich mich zur Zeit fühle hätte ich vielleicht bleiben sollen…

Habe die Nacht überlebt – lag und überlegte ob ich die 130 cm im Nachthemd unterm Arm zur Notaufnahme mitnehmen sollte, FALLS.. Aber die Option fand ich doch nicht so toll – die 130 cm waren arg aufgeregt und ich wurde reich beschenkt. Naja so eine blutende Großmutter ist ja auch nicht so toll..  Also habe ich mit den Nachbarn gesprochen, die im Notfall übernommen hätten.

So und nun sitze ich hier mit einem fetten Verband und warte auf meine neue Brille. 3 Wochen! 3 Wochen, nur weil ich nicht Gläser dick wie Flaschenböden haben möchte. Jetzt muss ich zusehen, dass ich die 3 Wochen mit meiner alten Reserve-Brille hinkriege ohne wieder mal hinzusegeln – danach habe ich keine Brille mehr..

Oh manchmal habe ich meinen alten Körper nur soooo satt!!

Bild: kzenon/fotlia

 

 

10 Gedanken zu „Wir testen die Notaufnahmen in Berlin fröhlich weiter..

  1. Manfred Wolff

    empfehlenswert ist auch die notaufnahme des bundeswehrkrankenhauses, nicht weit von uns. die mitarbeiter sind alle sehr höflich und kompetent. sie kümmern sich auch umzivilisten, sogar um kriegsdienstverweigerer. wegen der ausbildungsfunktion ist auch immer ausreichendes und kompetentes personal da.

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    1. Cecilia Stickler Beitragsautor

      Ja Manfred – das ist für das nächste Mal mein Ziel! Mein Hausarzt empfahl Jüdisches Krankenhaus weil sie dort ein MRT haben – aber ich habe das Bundeswehrkrankenhaus schon in Sicht.. Hoffe nur, dass ich damit etwas warten kann :-))

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  2. Elke Schilling

    Liebe Cecilia,
    Als ich vor drei Jahren begann, alles Naslang zu stolpern, zu stürzen, in Kellerlöcher zu fallen, habe ich wieder intensiv mit morgendlichen Gleichgewichtsübungen begonnen – vielleicht könnte dir so etwas helfen, wenn du dich von diesem letzten Sturz erholt hast?
    Vielleicht macht 130 cm mit und vielleicht dauert es dann ein wenig länger bis zum nächsten Test…
    Alles Liebe
    Elke

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    1. Cecilia Stickler Beitragsautor

      Liebe Elke, danke für Deinen Tip und ja, ich vergesse die Übungen immer und versuche wenn ich z.B. auf den Bus warten Übungen zu machen aber ich fürchte, die Fall-Tendenz hat die Ursache in neurologischen Störungen. Aber Du hast recht – ich MUSS wieder damit anfangen!!

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  3. Dominique Hensel

    Liebe Cecilia,
    die Welt ist einfach auch zu stark ins Wanken geraten in letzter Zeit. Ein Wunder, dass wir nicht alle immerzu fallen! Ich wünsche Dir alles Gute, schnelle Genesung und immer freie Sicht. Vielleicht solltest Du 1,30 zur Ersthelferin ausbilden lassen?
    Liebe Grüße: Dominique

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    1. Cecilia Stickler Beitragsautor

      Liebe Dominique, eben, bin besonders sensibel und bin deshalb umgefallen.. Ja, auf die freie Sicht mit einer funktionierenden Brille freue ich mich auch. Nein 130 cm möchte jetzt Rennfahrerin werden – also leider kein Chance auf Ersthelferin. Mit sowas kann man sich dann nicht abgeben. Vorher war App-Entwicklerin angesagt, aber nach einem Gocart-Rennen wurde dies über Bord geworfen..

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  4. Nina

    Alles Liebe und gute Besserung. Leider bekomme ich von allen Seiten immer wieder zu hören und zu spüren, dass Altwerden keinen Spaß macht. Und auch ich merke schon erste Anzeichen, so langsam frage ich mich, wann ich die erste Lesebrille brauchen werde. Und mein Gedächtnis lässt mich in letzter Zeit immer öfter im Stich. Puhh, warum kann Altwerden nicht schön sein?

    LG Nina

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    1. Cecilia Stickler Beitragsautor

      Liebe Nina, danke für Deine liebe Anteilnahme und naja, Altwerden ist auch manchmal – ein bisschen – schön. Ich bin so froh, dass ich in dem „Arbeitskampf“ nicht mehr dabei bin, dass ich eine – hoffentlich – gesicherte Rente habe und nun ja, die körperlichen Schwächen sind schon doof. Ich würde gerne eine liebe alte Oma werden, die im Schaukelstuhl sitzt und von der Welt nichts mitbekommt und damit zufrieden wäre.. Aber irgendwie klappt das nicht so ganz.. Nee stimmt nicht, würde gerne eine Mischung aus Jane Fonda und Iris Berben sein aber davon bin ich Lichtjahre entfernt..

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  5. Nina

    Wieso, sind die beiden in deinem Alter? Ich könnte mir vorstellen, dass Geld das Älterwerden natürlich angenehmer macht. Aber es macht generell Angst, wenn der Körper nicht mehr gehorchen will.

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